Das Land lässt im Herbst die Landesstraße von Esslingen ins Remstal sanieren. Dafür wird die Verbindung ab dem Ortsende von Wäldenbronn bis zur Abzweigung zum Jägerhaus voll gesperrt. Auch im Neckartal droht Fußgängern und Radlern Ungemach.

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Vor allem in Esslingen. Das Baureferat Süd des Regierungspräsidiums wird voraussichtlich von Ende September bis Anfang Dezember den Fahrbahnbelag einer wichtigen Remstalverbindung, der Landesstraße 1199 zwischen dem Ortsende Wäldenbronn und der Kreisgrenze zum Rems-Murr-Kreis, sanieren. Dafür muss die Strecke bis zur Abzweigung der Römerstraße voll gesperrt werden, an einem Wochenende sogar bis zum Katzenbühl. Aber auch die Stadt Esslingen muss aus kurativen Gründen eine Verbindung vorübergehend aus dem Verkehr ziehen: Der Holzsteg in Oberesslingen wird auf Vordermann gebracht. Ein Überblick, was auf die Verkehrsteilnehmer in Esslingen nach den Sommerferien zurollt.

 

Marode Remstal-Route Grenzgänger und Ausflügler müssen von September an zehn Wochen lang Umwege in Kauf nehmen – zumindest, wenn sie aus dem Esslinger Norden ins Remstal, auf den Schurwald oder zur Entsorgungsstation auf den Katzenbühl fahren wollen. Denn hinter dem Ortsende von Wäldenbronn muss auf einer Länge von zwei Kilometern ein neuer Fahrbahnbelag her. Zudem wird dort eine rund 70 Meter lange und 2,50 Meter hohe Stützkonstruktion ins Tal erneuert. Weil die L 1199 – also die Stettener Straße – nicht überall breit genug ist, um alle Arbeiten unter halbseitiger Sperrung über die Bühne zu bringen, muss sie während der gesamten Bauzeit zwischen dem Ortsausgang Wäldenbronn bis zur Abzweigung der Kreisstraße Richtung Jägerhaus – also der Römerstraße – voll gesperrt werden. Laut Regierungspräsidium werden zudem die beiden Bushaltestellen am Katzenkopf, die nördlich der Kreuzung liegen, barrierefrei umgebaut. Das könne man aber mit eingeengten Spuren und einer Ampelschaltung regeln. Sodass man wenigstens über die Römerstraße noch auf die L 1199 ins Remstal gelangen kann. Wenn dann der Fahrbahnbelag im Bereich Katzenkopf und dem Katzenbühl neu gemacht wird, geht aber auch das nur unter Vollsperrung. Weshalb an einem Wochenende, das noch nicht terminiert ist, die Verbindung ins Remstal über die L 1199 total gekappt ist. Für die ebenfalls geplante neue Entwässerung im weiteren Verlauf der Landesstraße nach Stetten reicht laut Behörde eine halbseitige Sperrung mit Ampel.

Angeschlagener Neckar-Steg Dem 30 Jahre alten Rad- und Fußgängersteg von Oberesslingen hinüber zur Neckarinsel hat die Witterung massiv zugesetzt. Feuchtigkeitsschäden an der Holzträgerkonstruktion, korrodierte Stahlträger und Verbindungselemente sowie Schäden am Belag machen die Eingriffe erforderlich. Der Überbau wird herausgehoben und durch einen neuen ersetzt – sodass der Steg vom 1. September bis 30. November gewissermaßen ins Wasser fällt.

Die Stadtverwaltung hat sich bei der Planung an den Vereinen auf der Neckarinsel orientiert. Laut dem Tiefbauamtsleiter Uwe Heinemann müssen sowohl der Schwimmsportverein als auch das Eisstadion nur kleine Einschnitte hinnehmen. Während der Zeit, in der der Steg voll gesperrt ist, kann die Neckarinsel nur über die Adenauer- und Dieter-Roser-Brücke oder die Sirnauer Unterführung erreicht werden.

Offenes Pflaster in der Altstadt Zwischen Heugasse, Zwerchstraße, Im Heppächer und Teilen der Landolinsgasse muss die Stadtentwässerung auf rund 300 Metern etwa 100 Jahre alte Kanalrohre erneuern. „Und wenn man in diesen engen Gassen an den Kanal ran muss, ist alles dran“, sagt Tiefbauamtschef Heinemann. Zum Beispiel auch Leitungsarbeiten der Stadtwerke und der Telekom. Im Zuge der Kanalarbeiten werden die gesamten Straßen- und Gehwegflächen saniert. Dabei soll das historische Pflaster für die Barrierefreiheit etwa in der Mitte der Gassen auf einen 1,25 Meter breiten Streifen abgeschliffen werden. Das Tiefbauamt und die Wirtschaftsförderung wollen die ortsansässigen Betriebe am Dienstag, 10. Juli, vorzeitig über das Gesamtvorhaben informieren, das zwischen September und April über die Bühne gehen soll. Laut Heinemann werden die Arbeiten in fünf bis sechs Abschnitte aufgeteilt. Von der Informationsveranstaltung erwartet sich die Stadt gegebenenfalls auch Hinweise darauf, worauf sie während der Bauphase noch achten sollte.

Barrierefreie Busstopps in Weil Mitte Juli beginnen die Bauarbeiten vor dem neuen Sportpark Weil, die sich über zwei Abschnitte ziehen. Während der Bauzeit von zwei bis drei Monaten werden die Bushaltestellen so umgebaut, dass die Fahrgäste beim Einsteigen keine Höhenunterschiede mehr bewältigen müssen. Zudem entsteht dort eine neue Mittelinsel. Weil die Weilstraße für diese Bauarbeiten gesperrt werden muss, lässt das städtische Tiefbauamt im Vorfeld eine provisorische Baustraße anlegen, auf der der Verkehr das Baufeld umfahren kann. Außerdem werden die Parkplätze in diesem Bereich neu geordnet.