Baustelle in Faurndau Die alte Bahnbrücke wird abgerissen

Von Artur Lebedew 

Die Bauarbeiten in Göppingen-Faurndau haben vor allem für Zugreisende Folgen. Sie müssen auf Busse umsteigen. In Zukunft wird sich aber auch für die Autofahrer einiges verändern.

Auch die letzten Mauern der 109-jährigen Bahnbrücke der Bundesstraße 297 müssen weichen. Bis Montag Foto:  
Auch die letzten Mauern der 109-jährigen Bahnbrücke der Bundesstraße 297 müssen weichen. Bis Montag Foto:  

Göppingen - Der Neubau der Bahnbrücke im Göppinger Stadtbezirk Faurndau rückt näher. Schon jetzt sieht das Areal um die Bundesstraße 297 aus wie eine Brache. Ein Bagger hämmert gegen die verbliebenen Mauern der alten Straßenauffahrt, sonst ist alles platt. Am Wochenende­ soll nun die alte Brücke abgerissen werden. Das hat Folgen für Reisende. Was der Bau für die Autofahrer bedeutet und worum es sich bei dem Projekt handelt, erklären wir hier.

Was passiert am Wochenende auf der Baustelle in Faurndau?

Es ist eine der wichtigen Projektetappen. Die alte Bahnbrücke der B 297 wird abgerissen. Am Samstag tragen Bagger die Betonwände ab. Bis Montag wollen die Projektleiter vom Land mit dem Abriss fertig sein. Bauarbeiter sind deshalb rund um die Uhr im Einsatz. Dafür wird die Fils­talbahn komplett gesperrt.

Welche Folgen hat das für Bahnreisende in den kommenden Tagen?

Von Freitagmorgen bis einschließlich Montagnacht fahren auf der Strecke zwischen Geislingen und Ebersbach keine Züge. Zugreisende müssen hier dann auf den Schienenersatzverkehr umsteigen. Die Streckenbetreiber haben dafür Busse bereit gestellt. Am Dienstagmorgen sollen die Züge wieder planmäßig fahren.

Welche Folgen hat das für Autofahrer?

Keine großen. Die Straßen und die bisherigen Umleitungen der Bundesstraße bleiben frei. Es ist aber davon auszugehen, dass die Ersatzbusse den Autoverkehr auf der B 10 und B 297 zwischen Ebersbach und Geislingen zusätzlich zum Ferienverkehr belasten.

Worum geht es bei dem Projekt?

Die Bahnbrücke in Faurndau soll neu gebaut werden. Seit Ende Mai ist die Brücke der B 297 über der Schienentrasse gesperrt. Dem Regierungspräsidium Stuttgart zufolge ist die 109-jährige Brücke in einem sehr schlechten Zustand und für den Auto- und Lastwagenverkehr nicht mehr geeignet. Im Zuge des Brückenneubaus werden auch Straßen verlegt. Die Schienenüberfahrt der B 297 soll länger, die Kurve auf die Brücke nicht so steil verlaufen. Zusätzlich schließt in Zukunft die Kreisstraße 1410 daran. Aus dem Norden kommend, wird sie bis an die Bundesstraße verlängert.

Warum wird die Kreisstraße umgebaut?

Die Stadt Göppingen erhofft sich durch die Verlängerung der Kreisstraße eine Entlastung des bisherigen Stadtverkehrs. 5000 Autos weniger pro Tag sollen ab 2021 durch Faurndau fahren. Ob das wirklich so kommt, ist fraglich. Pendler umfahren das Gebiet schon heute.

Werden also weitere Straßen bald für Autos gesperrt werden?

Von Januar 2020 an werden die Lehlestraße und die Salamanderstraße gesperrt. Der Straßenverkehr zwischen Uhingen und Göppingen fließt dann fast vollständig über die B 10. In Zukunft wird die Lehlestraße ein reiner Fahrradweg.

Wann soll das Projekt fertig sein?

„Wir sind im Plan“, sagte Felix Blümle, der zuständige Projektleiter bei der Baustellenbegehung Mitte dieser Woche. Das heißt: Bis „Ende des nächsten Jahres“ sollen sowohl die neue Bahnbrücke als auch die geplanten Straßen fertig sein und für den Verkehr zugelassen werden. Zu weiteren Zugausfällen soll es dabei „nur noch punktuell in der Nacht“ kommen.

Was soll das Vorhaben kosten?

Insgesamt belaufen sich die Projektkosten auf etwa 15 Millionen Euro. Stand heute. Der Bund zahlt etwa zehn Millionen, die Stadt Göppingen zwei, den Rest übernimmt die Deutsche Bahn.

Gibt es Kritik?

Dass die Bahnbrücke alt ist und saniert werden musste, darüber waren sich alle klar. Auch die Kritik an der neuen Straßenführung ist verhalten. Anwohner sind zwar naturgemäß über die Dauerbaustelle nicht glücklich. Durch die mögliche Verkehrsberuhigung aber gibt es keine großen Widerstände. In den nächsten Wochen will die Stadt bei einer Veranstaltung für die Anwohner den Bauprozess erklären.

Was passiert mit dem Brückendamm?

Das Material für die Brückenauffahrt wurde beim sogenannten Kuhkreisel zu einem Berg aufgeschüttet. Sobald die neue Bahnbrücke steht, werden die 18 000 Kubik­meter Erde wieder genutzt, um die Straße zu einem Damm anzuheben.