Baustelle in Fellbach Nadelöhr für Passanten im Einkaufsviertel

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Die Absperrungen in der Baustelle sind teilweise so eng, dass der in Corona-Zeiten nötige Abstand schwer fällt. Auch ein Leser der Fellbacher Zeitung macht seinem Ärger über unvermeidbaren Kontakt zu Passanten Luft. Die Stadt verspricht Verbesserung.

Derzeit läuft der erste Bauabschnitt, die Cannstatter Straße ist deshalb monatelang für die Durchfahrt gesperrt, die Umleitungen sind ausgeschildert. Foto: Eva Schäfer
Derzeit läuft der erste Bauabschnitt, die Cannstatter Straße ist deshalb monatelang für die Durchfahrt gesperrt, die Umleitungen sind ausgeschildert. Foto: Eva Schäfer

Fellbach - Die Wohncity soll einmal Wohlfühlcharakter haben – in so etwa lassen sich die Ziele der neuen Straßengestaltung umschreiben, dank der es künftig weitere Plätze und damit mehr Aufenthaltsqualität geben soll. Das Prinzip der „Wege und Plätze“ aus dem Rathaus-Carrée soll sich fortsetzen. Doch bis das so ist, wird gebuddelt und umgeleitet – und die Leidensfähigkeit von Kunden und Geschäftsinhabern wird wie bei vielen Baustellen auf die Probe gestellt.

Wer dann losmarschiert, muss bald feststellen, dass einige Stellen so knapp bemessen sind

Derzeit läuft der erste Bauabschnitt, die Cannstatter Straße ist deshalb monatelang für die Durchfahrt gesperrt, die Umleitungen sind ausgeschildert. Das ist für Autofahrer nervig und für die Geschäftsinhaber eine Belastung. Doch auch die Fußgänger haben es nicht gerade leicht, wenn sie zu frischem Gemüse und Obst gelangen oder sich in den Läden Wurst oder Brötchen besorgen möchten.

Angesichts der Abstandsregeln in Corona-Zeiten, die inzwischen fast allen in Fleisch und Blut übergegangen sind, irritiert der erste Blick in den langen Schlauch, der da für die Fußgänger mit der Baustellenabsperrung errichtet worden ist. Ein weiter Blick – ohne das eigentliche Ende zu sehen. Wer dann losmarschiert, muss bald feststellen, dass einige Stellen so knapp bemessen sind, dass ein Kinderwagen nur schwer an einem entgegen kommenden Passanten vorbeigeschoben werden kann. Genügend Abstand klappt da schon gar nicht. Da muss das Gegenüber schon mal zurücktreten und warten. „Ist das eng“ – diese Bemerkung hört man von nicht wenigen Kunden, die an diesem Nachmittag dort mit ihren Einkaufstaschen unterwegs sind.

Die Corona-Verordnungen würden in den Blick genommen, was die Bauarbeiter betreffe und die Auswirkungen der Baustelle auf die Umgebung

Das schildert auch der Leser der Fellbacher Zeitung, Michael Surmann. Er macht in einer Zuschrift an die Redaktion seinem Ärger Luft: „Geht man nun im Bereich Cannstatter Straße an Gemüseladen, Metzger und Bäckerei vorbei, muss man aufpassen, in der engen übrig gebliebenen Gasse hinter der Absperrung anderen Passanten nicht zu nahe zu kommen und den erforderlichen Abstand von 1,50 Metern einzuhalten – stellenweise unmöglich, da die Wegbreite teilweise nicht mal die vorgeschriebene Abstandsbreite aufweist. Vor den hier ja gut frequentierten Läden verschärft sich die Situation noch dadurch, dass die wartenden Kunden ebenfalls in der engen Gasse Platz finden müssen.“ Sein Fazit: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese enge Baustellenabsperrung sowie die Sitzmöglichkeiten vor der Bäckerei mit den geltenden Coronaverordnungen in Einklang zu bringen sind.“ Was sagt die Stadt dazu? „Die Baustellen werden regelmäßig vom Tiefbauamt und Ordnungsamt begangen“, berichtet die Sprecherin der Stadt, Sabine Laartz.

Die Corona-Verordnungen würden in den Blick genommen, was die Bauarbeiter betreffe und die Auswirkungen der Baustelle auf die Umgebung. Sie kündigt an, dass die Gehsteige im Laufe der Woche auf eine „begehbare Breite von 1,50 Metern“ erweitert würden. Gerade liege diese teilweise noch bei 1,20 Metern. Die Betonfundamente der Baumbeete müssten erst herausgerissen werden, damit dies möglich sei. Auch Kundenstopper von Geschäften müssten weichen, um mehr Fläche zu schaffen. Dennoch bleibe es eine Herausforderung für alle Beteiligten. Sie appelliert: „Es geht nur miteinander. Zur Not muss jemand in eine Hofeinfahrt ausweichen oder eine Maske aufsetzen.“

Unser Leser Michael Surmann möchte jedenfalls solche Situationen nicht mehr erleben, wie er es vom Samstag beim Brötchenholen schildert. „Ich war schon sehr erstaunt, dass im Grunde keine Möglichkeit bestand, auf Einlass zu warten, ohne in engen Kontakt mit Passanten zu kommen. Als ich dann aus der Bäckerei kam, saß jemand praktisch direkt halb unter mir auf der Bank, es war etwa noch ein halber Meter Platz zum Vorbeigehen. Wäre ich infiziert und hätte mal kurz kräftig ausgeatmet oder gar gehustet, wären die Viren frisch auf seiner Brezel gelandet.“




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