Seit gut eineinhalb Monaten steht dieser Blitzer in der Wilhelmstraße – und hat schon zahlreiche Autofahrer erwischt, die auf der Busspur gefahren sind. Foto: Maximilian Kroh
Ein mobiler Blitzer erfasst auch Autofahrer, die auf der Busspur fahren. Doch einige sind der Meinung, dass die als solche nicht klar erkennbar ist. Das sagt die Stadt dazu.
In der Wilhelmstraße in Ludwigsburg wird derzeit so mancher Autofahrer geblitzt – selbst wenn das vorgeschriebene Tempo 30 eingehalten wurde. Grund dafür ist, dass wegen der Baustellein Richtung Sternkreuzung eine zweite Spur eingerichtet wurde, die nur für Busse vorgesehen ist. Der mobile Blitzer, der seit 26. Februar aufgebaut ist, löst auch dann aus, wenn ein Auto fälschlicherweise die Busspur benutzt.
Darüber wird in den sozialen Medien nun munter diskutiert. Die Meinung einiger: Die Busspur sei nicht deutlich gekennzeichnet, besonders bei Nacht schlecht erkennbar, die Verkehrsführung insgesamt irreführend. „Da weiß doch keiner mehr, wie man fahren muss“, beklagt sich ein Nutzer. Ist das wirklich so?
Nutzer wirft Stadt vor, nur ihre Kassen auffüllen zu wollen
Ein anderer Nutzer, der geblitzt wurde und 15 Euro Bußgeld zahlen musste, will der Stadt nun sogar einen offenen Brief schicken. Seiner Meinung nach ist das Hinweisschild so aufgestellt, dass es Autofahrer gar nicht wahrnehmen können, wenn sie von der Arsenalstraße in die Wilhelmstraße einbiegen. Bei einem Windstoß könne das Schild leicht umkippen.
An der Kreuzung von Arsenalstraße und Wilhelmstraße ist das Hinweisschild zur Busspur aufgestellt. Foto: Maximilian Kroh
Zudem gebe es widersprüchliche Markierungen in unterschiedlichen Farben auf der Fahrbahn. „Besonders verwirrend ist das bei Nacht“, schreibt der Nutzer. „Mir scheint, dass es hier ausschließlich darum geht, die leere Kasse der Stadt Ludwigsburg zu füllen.“
Stadt sieht ordnungsgemäße Kennzeichnung
Die Verwaltung sieht das ganz anders: Die aktuelle Fahrbahnführung in der Wilhelmstraße sei durch eine gelbe Fahrbahnmarkierung gekennzeichnet. „Diese hat Vorrang vor der weißen Fahrbahnmarkierung und ist ordnungsgemäß markiert und gekennzeichnet“, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Tatsächlich ist die Fahrspur deutlich mit Kreuzen und der Aufschrift „BUS“ als Busspur erkenntlich, auch wenn das Schild beim Abbiegen übersehen wird.
Auch den Vorwurf, es gehe nur darum, die leeren Kassen aufzufüllen, will die Stadt so nicht stehen lassen: „Die Überwachungsanlage wurde eingerichtet, weil der Busbetrieb durch unberechtigte Nutzung des Bussonderstreifens beeinträchtigt wurde. Dadurch kam es zu Problemen bei der Einhaltung des Fahrplans.“ Wie viele Autofahrer bislang erwischt wurden, die unerlaubterweise die Busspur benutzt haben, sei bislang noch nicht ausgewertet worden.