Baustelle in S-Nord Betonmischer poltern durchs Wohngebiet

Der Bezirksbeirat fordert, die Baustelle an der Heilbronner Straße 163 in Stuttgart-Nord besser zu überwachen. Anwohner beschweren sich über Betonmischer im Wohngebiet und einiges mehr.

Derzeit wird die Tiefgarage des neuen Gebäudekomplexes gebaut.Foto:Fritzsche Foto:  
Derzeit wird die Tiefgarage des neuen Gebäudekomplexes gebaut. Foto:Fritzsche

S-Nord - Das Telefon hat bei Axel Alt nicht mehr stillgestanden: Alt ist stellvertretender SPD-Bezirksbeirat und wohnt selbst nahe der Baustelle an der Heilbronner Straße 163. „Die Anwohner berichten von Lastwagen, die durch die Wilhelm-Blos-Straße fahren – die ist für den Lkw-Verkehr aber gesperrt“, so Alt.

Zwischen Gaucherstraße, Wilhelm-Blos-Straße und Erbenolweg entsteht derzeit das sogenannte „Löwentorcenter“ (wir berichteten), mit Büros, einer Kindertagesstätte und fertig eingerichteten Apartments zur Vermietung. Zurzeit wird in der bereits ausgehobenen Baugrube die Tiefgarage gebaut.

„Zehn Betonmischer pro Stunde“ durchs Wohngebiet

Axel Alt hat in der jüngsten Bezirksbeiratssitzung dazu einen Eilantrag eingereicht: „Tagtäglich rollen mit überhöhter Geschwindigkeit schwere Lastwagen sowie Betonmischer von der Friedrich-Ebert-Straße durch die Wilhelm-Blos-Straße zur Baustelle, wo sie die dort eingerichtete Halteverbotszone als Entladestelle missbrauchen“, heißt es darin. „Anwohner berichten von bis zu zehn Betonmischern pro Stunde, welche den täglichen Stau auf der Heilbronner Straße verbotswidrig umfahren, und damit spielende Kinder auf dem Gehweg der Wilhelm-Blos-Straße potenziell gefährden.“ Dazu kämen Rangiermanöver, die Reifenspuren in der öffentlichen Grünfläche an der Gaucherstraße hinterlassen, sowie „wildes Parken der Baustellen-Begleitfahrzeuge“. Auch der Bürgerverein Unterm Weißenhof hat sich der Kritik und der Forderung nach mehr Überwachung der Baustelle angeschlossen.

Auch persönlich habe er die Vorgänge beobachten können, sagt Axel Alt. „Die Straßenverkehrsbehörde muss die Baustelle kontrollieren und an die Bauleitung herantreten.“ Die Anwohner hätten ihm auch berichtet, dass das Amt für öffentliche Ordnung telefonisch für eine Beschwerde nicht erreichbar gewesen sei. „Es ist ja auch in Ordnung, dass an der Baustelle zügig gearbeitet werden soll“, sagt Alt. „Aber die Durchfahrts- und Halteverbote müssen trotzdem eingehalten werden.“ Der Bezirksbeirat stimmte geschlossen dafür, den Antrag an das Amt für öffentliche Ordnung weiterzureichen und dort geeignete Kontrollmaßnahmen einzuleiten.

Der Kontakt zur Bauleitung wird gesucht

Axel Schumann, Geschäftsführer der EEW GmbH, betont: „Von uns gibt es die klare Anweisung an die Baufirma, dass die Lastwagen über die Heilbronner Straße an- und abfahren. Wir haben kein Interesse daran, dass sie durchs Wohngebiet fahren.“ Zumal dies ja auch einen Umweg darstelle. Die Baufirma Gottlob Rommel, die das Vorhaben der EEW ausführt, ist bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen gewesen.

„Wir stehen schon lange im Gespräch mit der Bauleitung“, berichtet Peter Koch aus der Straßenverkehrsbehörde im Amt für öffentliche Ordnung. „Es gab bereits mehrere Treffen, um den Baustellenbetrieb zu optimieren. In großen Teilen ist uns das auch gelungen.“ Er gibt zu bedenken: „Die Friedrich-Ebert- und die Wilhelm-Blos-Straße sind Anliegerstraßen. Der Baustellenverkehr gilt in diesem Fall als Anliegerverkehr.“ Das bedeutet, dass die Lastwagen eben nicht verbotswidrig durchs Wohngebiet fahren. „Es ist eine große Baustelle und eine schwierige Stelle. Wir haben natürlich Verständnis für die Anwohner“, so Koch weiter. „Wir nehmen den Vorgang als Anlass, um erneut Kontakt mit der Bauleitung aufzunehmen.“

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