Baustelle Mehr Lärmschutz bei Sprengungen gefordert

Von Caroline Leibfritz 

Die Wangener Bezirksbeiräte fordern, dass die Bahn bei Sprengarbeiten für den Stuttgart-21-Tunnel in Wangen die Lärmschutzrichtwerte einhält.

Beim Tunnelanstich vor gut einem Jahr waren die Sprengungen noch kein Thema. Foto:  
Beim Tunnelanstich vor gut einem Jahr waren die Sprengungen noch kein Thema. Foto:  

Wangen - Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass Wangens Bezirksvorsteherin Beate Dietrich mit dem Tunnelanstich den symbolischen Startschuss zum Bau des Stuttgart-21-Tunnels an der Ulmer Straße gegeben hat. Das war am 4. Dezember 2013. Seither wird auf der Baustelle gearbeitet – und gesprengt. Doch viele Anwohner fühlen sich vom Sprenglärm gestört, vor allem an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht. Die Fraktion SÖS-Linke-Plus hat nun einem Lärmgutachten entnommen, dass die zulässigen Richtwerte auf der S-21-Baustelle in Wangen immer wieder überschritten werden. Deshalb fordern die Lokalpolitiker nun die konsequente Einhaltung der Richtwerte.

In seinem Antrag schreibt Peter Selig-Eder von der Fraktion SÖS-Linke-Plus, dass die Stadtverwaltung „Sprengungen am Zwischenangriff Wangen in der Zeit nach 20 Uhr und vor 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen“ künftig generell untersagen soll. Zur Begründung erklärte Selig-Eder im Rahmen der Bezirksbeiratssitzung, dass eine von der Bahn in Auftrag gegebene Schallschutzmessung zu dem Ergebnis komme, „dass die gültigen Immissionsrichtwerte im Nachtzeitraum von 20 Uhr bis 7 Uhr um mindestens 18 db(A) überschritten werden“. Demzufolge seien Sprengungen in der Nacht nicht zulässig und unbedingt zu vermeiden. Das entsprechende Gutachten sei vom Büro Fritz GmbH Beratende Ingenieure im Auftrag der Bahn erstellt worden.

Schutz für die Gesundheit der Anwohner

Natürlich darf die Bahn nach den Worten von Peter Selig-Eder die Bahn notwendigen Sprengungen durchführen, aber nicht zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit. Schließlich sei es wichtig, die Anwohner nicht zu sehr mit Lärm zu belasten. Selig-Eder: „Uns ist bewusst, dass der Zeit- und Kostendruck bei diesem Projekt hoch ist. Aber trotzdem kann die Bahn nicht einfach machen, was sie will.“

Auch die stellvertretende Bezirksbeirätin von SÖS-Linke-Plus Barbara Weber betonte, dass der Lärm die Gesundheit der Anwohner beeinträchtigen könnte und die Richtwerte daher unbedingt eingehalten werden müssten.

Mehrheitlicher Beschluss gefasst

Gerhard Föll, der für die Grünen im Bezirksbeirat sitzt, äußerte Verständnis für die Situation der Anwohner. Er schlug aber vor, den Antrag von SÖS-Linke-Plus so umzuformulieren, dass die Bahn nach wie vor Sprengungen in der Nacht und am Wochenende durchführen kann. Allerdings müssten die Lärmschutzrichtwerte bei diesen Sprengarbeiten unbedingt eingehalten werden.

Nach einer kurzen Diskussion waren sich die Bezirksbeiräte schließlich einig. Sie fordern von der Stadt, sämtliche Sprengarbeiten am Zwischenangriff Wangen zu untersagen, die die zulässigen Immissionsrichtwerte überschreiten. Der Beschluss wurde mit acht Ja-Stimmen und einer Enthaltung gefasst.

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