Kurz vor Fertigstellung der Kompostieranlage des Kreises Esslingen lädt die Betreibergesellschaft zu einem Tag der offenen Baustelle ein. So funktioniert künftig der Betrieb.
Der vor knapp einem Jahr gestartete Umbau des Kompostwerks in Kirchheim läuft auf Hochtouren. Schon in wenigen Wochen soll die 20 Millionen Euro teure Modernisierung abgeschlossen sein. Wer wissen will, wie künftig in der riesigen Rottehalle aus dem Bioabfall in der braunen Tonne Kirchheimer Qualitätskompost entsteht, kann sich am Sonntag, 10. Mai, vor Ort informieren: Die Betreibergesellschaft lädt kurz vor der Fertigstellung der Anlage zu einem Tag der offenen Baustelle ein.
Groß und Klein sind von 10 bis 16 Uhr zu einem Familienfest mit Infoständen, Kinderprogramm und Imbiss eingeladen – und vor allem zu Führungen über die Baustelle. Denn in der beeindruckenden 130 Meter langen Rottehalle hat sich in den vergangenen Monaten viel getan. „Wir erwarten wieder viele Besucherinnen und Besucher, da die Erfahrung aus der Bauphase zeigt, dass das Interesse für das Kompostwerk ungebrochen groß ist“, sagt Michael Potthast, Geschäftsführer der Kompostwerk Kirchheim GmbH.
Die Arbeiten liegen laut Potthast im Zeitplan. Voraussichtlich ab Ende Mai wird das an der A 8 gelegene Kompostwerk, eines der größten seiner Art in Deutschland, zunächst den Probebetrieb aufnehmen. Drei Testläufe sind geplant, bevor das Kirchheimer Werk im Spätherbst in den Regelbetrieb gehen soll. Ab dann werden wieder pro Jahr bis zu 60 000 Tonnen Bioabfall in einem mehrwöchigen Rotteprozess zu rund 20 000 Tonnen Naturdünger mit Gütesiegel verarbeitet.
Weniger Geruchsbelästigung, bessere Kompostqualität
Nach 30 Jahren im Dauerbetrieb war eine umfassende Modernisierung der Kompostieranlage samt Maschinen und Technik erforderlich. Wurde der Bioabfall bislang durch ein Schaufelrad und Förderbänder Stück für Stück offen durch die gesamte Rottehalle bewegt, ermöglicht die neue Anlage mit 18 einzelnen Rottetunneln eine separate Verarbeitung des Materials. Die Qualität des bei Kleingärtnern und Gartenbetrieben beliebten Kompostes wird langfristig gesichert, die Abluft des geruchsintensiven Verrottungsprozesses wird verbessert und der Energieverbrauch gesenkt.
Die Kosten für die Modernisierung teilen sich die Abfallbetriebe der Landkreise Esslingen und Böblingen anteilig. Sie arbeiten bei der Verwertung von Biomüll schon seit 1996 Hand in Hand. Zum 1. Januar 2027 tritt noch der Landkreis Göppingen der Kooperation bei und wird ebenfalls Biomüll nach Kirchheim liefern.