Baustellenblockaden Bahnchef Grube will Stuttgart-21-Gegner zur Kasse bitten

Von SIR/dpa/dapd 

Immer wieder blockieren S21-Gegner Baustellen, Grube will das nicht mehr hinnehmen.

Bereits am Dienstag hatten Aktivisten die Baustellenzufahrt am Grundwassermanagement blockiert. Foto: dpa
Bereits am Dienstag hatten Aktivisten die Baustellenzufahrt am Grundwassermanagement blockiert. Foto: dpa

Stuttgart - Einige Dutzend Stuttgart-21-Gegner haben am Mittwochmorgen erneut die Zufahrt zur Grundwassermanagement-Baustelle im Stuttgarter Schlossgarten blockiert. Auch am Nordflügel des Hauptbahnhofs haben sich wieder Aktivisten versammelt. Schon am Dienstag hatte es dort Proteste und Blockaden gegeben, nachdem die Bahn nach einem zweimonatigen Baustopp Vorbereitungen zum Weiterbauen traf.

Rockenbauch: Großdemo am 9. Juli

Hannes Rockenbauch vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 kündigte am Mittwochmorgen eine Großdemonstration für den 9. Juli an. Es würden künftig wieder zahlreiche Bürger gegen das Projekt auf die Straße gehen, auch wenn derzeit verhältnismäßig wenig Menschen gegen die Wiederaufnahme der Bauarbeiten demonstrierten, sagte er im Deutschlandfunk.

Grube: "Warum soll ich für Verspätungen zahlen, die ich nicht verursacht habe?"

Indes machte Bahnchef Rüdiger Grube klar, dass er die Aktivisten zur Kasse bitten wolle, wenn die Kosten durch die Verzögerungen steigen sollten: "Warum soll ich für Verspätungen zahlen, die ich nicht verursacht habe?", sagte er am Dienstagabend in Hamburg beim Baumwallgespräch des Verlagshauses Gruner + Jahr. Wenn durch die andauernden vehementen Proteste Termine nicht gehalten werden könnten, würden der Bahn Mehrkosten entstehen. An diesen müssten sich dann auch die Gegner des Milliardenprojekts beteiligen.

Der Bahnchef betonte, er habe immer wieder "guten Willen" gezeigt: Er habe der Schlichtung zugestimmt, den Stresstest ermöglicht und dem neuen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) zugesagt, mit ihm genauso gut zusammenarbeiten zu wollen wie mit der schwarz-gelben Vorgängerregierung.

Zwischen den Zeilen drohte der Bahnchef der Landesregierung aber mit ersten Konsequenzen: Der Vertrag von Bund, Land, Stadt Stuttgart und Bahn über das Milliarden-Projekt enthalte keine Rücktrittsklausel. Jede der Parteien habe sich verpflichtet, projektfördernd zu agieren. "Wenn jemand dieser Pflicht zur Förderung des Projektes nicht nachkommt, den muss ich dann verklagen", fügte Grube hinzu.