Baustellentour durch die Region Stuttgart Millionenschwere Investitionen in Infrastruktur

Viel Geld fließt in den Unterhalt der Straßen in der Region Stuttgart. Foto: Rudel
Viel Geld fließt in den Unterhalt der Straßen in der Region Stuttgart. Foto: Rudel

Von der Brücke bis zum Autobahnbau – bei aller Vielfalt der Aufgaben brauchen Straßenbauer des Regierungspräsidiums Stuttgart vor allem Geduld. Das macht die diesjährige Baustellentour durch die Region deutlich.

Lokales: Thomas Durchdenwald (dud)
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Stuttgart - Jedes Jahr veranstaltet das Regierungspräsidium Stuttgart eine eintägige Baustellentour, an der neben Verkehrsminister Winfried Hermann auch Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker teilnehmen. Das Regierungspräsidium setzt jedes Jahr etliche hundert, sehr unterschiedliche Projekte um. „Diese Maßnahmen sichern und steigern die Mobilität im Ballungsraum Stuttgart“, sagt Regierungspräsident Johannes Schmalzl. Allerdings wurde auch klar, dass Straßenbauer vor allem Geduld brauchen: Große Projekte wie beispielsweise der B-10-Ausbau im Fils­tal ziehen sich über Jahrzehnte.

Dabei setzt das Land – und damit auch die ausführende Behörde Regierungspräsidium – bei der Verbesserung der Infrastruktur auf einen Dreiklang: Sanierung, Ausbau und Neubau. 2015 werden nach Angaben des Verkehrsministeriums 350 Millionen Euro in Sanierung und Unterhalt gesteckt, 120 Millionen Euro fließen in den Neubau. Nach Angaben Schmalzls werden in diesem Jahr in jedem Kreis der Region Stuttgart rund zehn Millionen Euro für den Erhalt der Straßen ausgegeben.

Kreis Göppingen In Nenningen (1) wird eine alte Brücke abgerissen und während der Sommerferien für 600 000 Euro durch einen Neubau ersetzt. Besondere Schwierigkeiten: das enge Zeitfenster und der Umstand, dass der Schwerlastverkehr auf die B 466 angewiesen ist. In Süßen (2) werden im Verlauf der B 466 und der B 10 zweistreifige Ortsumfahrungen für 11,5 Millionen Euro gebaut. Vom Bund abgesegnet ist der Weiterbau bis Gingen, der rund 15 Millionen Euro kostet. Nun wartet man auf das Ja für den B-10-Ausbau bis Geislingen.

Kreis Esslingen Die Landesstraße von der A 8 zur B 10 wird ausgebaut (3, siehe „Sieben Knoten“ auf dieser Seite). Zudem wird die Tank- und Rastanlage Denkendorf (3) in einem zweiten Bauabschnitt erweitert, Gesamtkosten: sechs Millionen Euro.

Kreis Böblingen Zwischen dem Stuttgarter Kreuz und der Anschlussstelle Leonberg-Ost (4) soll auf dem hoch belasteten Abschnitt der A 8/A 81 eine vierte Spur durchgehend angelegt werden. Dafür müssen auch eine Wegebrücke und eine Unterführung erneuert werden. Bauzeit: von Dezember 2015 bis Ende 2017. Kosten: 28 Millionen Euro. Für die 1,4 Kilometer lange Ortsumfahrung Sindelfingen-Darmsheim (5) wird ein 460 Meter langer Tunnel gebaut. Gesamtkosten: 33,5 Millionen Euro, Bauzeit: bis Mai 2018.

Region Neben den genannten Maßnahmen wird momentan auch an folgenden Großprojekten gebaut: B 14 Nellmersbach-Waldrems, B 14 Anschlussstelle Backnang-Mitte (beide Rems-Murr-Kreis), Sanierung Schönbuchtunnel A 81, B-464-Ortsumfahrung Holzgerlingen (beide Kreis Böblingen), Ortsumfahrung Benningen (Kreis Ludwigsburg). Vor kurzem gab der Bund die Baufreigabe für weitere Abschnitte des Ausbaus der B 14 im Rems-Murr-Kreis und der B 10 im Kreis Göppingen. Demnächst soll auch der sechsstreifige Ausbau der A 81 bei Sindelfingen grünes Licht aus Berlin erhalten.

Kritik Die Geislinger CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi, verkehrspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, wirft Hermann vor, zu wenig zu tun für den Straßenneubau. Es gebe wegen falscher Prioritätensetzung „erheblichen Nachholbedarf“. Zudem stört sie sich an der Teilnahme des Ministers an der früher eigentlich nur für Landtagsabgeordnete gedachten Baustellentour. Hintergrund: Hermann nutzt die als Infotour geplante Veranstaltung zur Werbung für sich und seine Politik – beispielsweise indem er öffentlichkeitswirksam Förderbescheide verteilt.

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