Baustellentour in Holzgerlingen Auf dem neuesten technischen Stand
Mit dem Fahrrad machten alte und neue Gemeinderäte am Dienstag eine Tour durch Holzgerlingen und legten mehrere Stopps an aktuellen Baustellen im Ort ein.
Mit dem Fahrrad machten alte und neue Gemeinderäte am Dienstag eine Tour durch Holzgerlingen und legten mehrere Stopps an aktuellen Baustellen im Ort ein.
Wer am Dienstagnachmittag in Holzgerlingen unterwegs war und eine ganze Kolonne von Radfahrern auf der Straße gesehen hat, der hat den alten und neuen Holzgerlinger Gemeinderat auf Tour gesehen – genauer gesagt auf Baustellentour. Bürgermeister Ioannis Delakos führte die Lokalpolitiker durch die Stadt und zeigte, wo saniert, digitalisiert und investiert wird. Wer im wahrsten Wortsinn erfährt, wo es in der Stadt eng ist, und wo ich aber auch was tut.
Digitalisierung: Sensoren
Ihren ersten Stopp legten die Gemeinderatsmitglieder in unmittelbarer Nähe zum Rathaus ein: Seit zwei Wochen ist bei einigen Parkplätzen in der Böblinger Straße ein Parksensor im Einsatz, der über einen Bildschirm anzeigt, ob es freie Parkplätze gibt oder nicht. Über ein Lorawan-Netz – ein Wlan, über das geringe Daten über lange Strecken verschickt werden können – sind die neuen Parkplatzsensoren in Betrieb. Anhand der Parkplätze solle nun zunächst das Nutzungsverhalten analysiert werden, erklärt Bürgermeister Ioannis Delakos. Für die Zukunft schwebt der Verwaltung auf Grundlage der Sensoren ein komplettes Parkleitsystem vor, das Autofahrern im Idealfall per Navi verfügbare Stellplätze anzeigt. Das Lorawan-Netz hilft auch dem Winterdienst aus. Ein Sensor, der unscheinbar im Asphalt der Rudolf-Diesel-Straße verbaut ist, liefert für den Winterdienst aktuelle Daten zur Beschaffenheit der Straße. Welche Temperatur hat die Fahrbahn? Wie hoch ist die Salzkonzentration? All diese Fragen, bekomme die Verwaltung über den Sensor geliefert, erklärt Ioannis Delakos. So könne der Winterdienst anhand von belastbaren Informationen entscheiden, ob gestreut werden muss oder nicht.
Digitalisierung: Feuerwehr
Auch die Holzgerlinger Feuerwehr macht sich den technischen Fortschritt zu Nutzen. Seit einem halben Jahr sind drei Fahrzeuge mit Tablets ausgestattet, die mit Informationen bestückt sind, die den Rettungskräften bei Einsätzen helfen: Gebäudepläne, Adressen, Standorte von Hydranten oder Informationen zu Autos sind dort für jeden Trupp hinterlegt, der das Fahrzeug belegt. Früher mussten diese Informationen mühsam in Ordnern zusammengestellt werden, jetzt sind alle relevanten Daten an einem Ort. Ziel sei es, alle Fahrzeuge mit den Tablets auszustatten, erklärt stellvertretender Kommandant Markus Rath.
Sanierung und Umbau von Gebäuden
Für die Sanierung des Berkenschulcampus mussten in den Weihnachtsferien insgesamt acht Klassen in Container umziehen, die nun auf dem Tartanplatz auf dem Campus stehen. Der ursprüngliche Plan sei gewesen, gebrauchte Container zu kaufen, doch diese seien genauso teuer gewesen wie neue, erklärte Delakos. Deshalb erwarb die Gemeinde neue Exemplare, die insgesamt rund zwei Millionen Euro kosteten. Die Ausweichschule soll in Zukunft aber auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen: Bei Kita-Sanierungen oder zur Flüchtlingsunterbringung etwa, sagte Delakos. Ebenfalls saniert wird der Verwaltungsbau der Grund- und Werkschule auf dem Campus für rund 1,8 Millionen Euro. Fast vollständig rückgebaut wurde das Gebäude, momentan wird die Verkabelung gelegt. Der Rückumzug ist für die kommenden Weihnachtsferien geplant. Die Flüchtlingsunterkunft in der Max-Eyth-Straße im Gewerbegebiet ist seit April in Betrieb. Das ehemalige Bürogebäude ist die einzige Sammelunterkunft im Ort. Rund 120 000 Euro hat der Umbau der Räumlichkeiten gekostet. Momentan wohnen dort 30 Personen aus der Ukraine, 90 Personen können maximal in dem Gebäude unterkommen. Im September rechnet die Gemeinde mit weiteren 20 Personen, die in das Haus einziehen werden, schätzt der Integrationsmanager von Holzgerlingen, Jochen Wacker. Der Mietvertrag für das Gebäude läuft für die nächsten zehn Jahre.
Neue Reitställe
Der Reit- und Fahrverein Holzgerlingen hat dieses Jahr im März die Arbeit an seinen neuen Stallungen abgeschlossen, die über die Reitschule der beiden Leiterinnen Petra Maiwald und Sabrina Schuller betrieben werden. 280 000 Euro hat das Projekt gekostet, davon finanzierte der Verein 150 000 Euro über seine Mitglieder, den Rest erwirtschaftete der Verein selbst. Rund 10 000 Euro steuerte auch die Stadt bei, weshalb die Baustellentour auch dort einen Stopp einlegte. Momentan stehen in den Ställen sechs Privatpferde, zwei Vereinspferde und zehn Reitschulpferde.