Der Leonberger Gemeinderat hat den Weg für eine Kita mit sechs Gruppen im Westen der Stadt frei gemacht.

Leonberg - In dem wachsenden Mittelzentrum Leonberg, das fast 49 000 Einwohner hat, fehlt es an allen Ecken und Enden an zwei Dingen: an bezahlbaren Wohnungen und an Kindergarten- und Krippenplätzen. Vor allem die Ganztagsbetreuung der Kleinen ist stark gefragt. Häufig sind beide Eltern voll berufstätig, auch weil sie sich die teuren Wohnungen und Häuser sonst nicht leisten können.

 

Mit der neuen Kita-West will man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Denn dort entstehen nicht nur Betreuungsplätze für Kinder, sondern auch Wohnungen. Der Gemeinderat hat den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplanverfahren für den Bau einer Kita im Areal „Schweizermühle“ gefasst.

Aufwendige Suche nach Flächen

Dem ging ein aufwendiger Flächensuchlauf der Verwaltung voraus. Denn immer wieder erweist sich, wie rar geeignete Flächen sind. Zumal eine Voraussetzung ist, dass das Grundstück in städtischer Hand ist. Ein solches wurde nordöstlich des Kreisverkehrs zwischen den Straßen Schweizermühle und Gebersheimer Straße gefunden. Und so entsteht hier eine sechsgruppige Kindertageseinrichtung mit darüber liegenden Wohnungen.

Die Kita soll Platz für 105 Kinder bieten. Dabei sind 85 Plätze für Kindergartenkinder zwischen drei und sechs Jahren vorgesehen sowie 20 Plätze für Kleinkinder bis zu drei Jahren. Es entstehen zwei Krippengruppen, drei Ganztagsgruppen und eine Gruppe mit Regel- beziehungsweise verlängerten Öffnungszeiten.

Vier Wohnungen sind vorgesehen

Diese neue Kindertagesstätte soll vor allem den wachsenden Bedarf an Ganztagsplätzen der Wohngebiete am westlichen Rand der Kernstadt – vom südlichen Ezach bis hin zur Gartenstadt – abdecken. Im zweiten Obergeschoss der Kita entstehen vier Wohnungen mit jeweils einer Wohnfläche von knapp 80 Quadratmetern. Auch werden die Stellplätze für die Mitarbeiter und Besucher der Kita sowie für die geplanten Wohnungen neu geordnet. Diese sollen künftig entlang der Straße liegen. Zudem wird der bisherige Fußweg verlegt.

Der Bebauungsplan ist bereits aufgestellt, auch die Öffentlichkeit und parallel dazu die Behörden wurden zu dem Vorhaben gehört. Der Hauptzweck liegt darin, eine Fläche für den Bau einer Kita bereit zu stellen. So soll auch gesichert werden, dass der Gewässerschutzstreifen entlang der Glems nicht bebaut wird.

Mehrere Pläne geändert

Doch damit ist es nicht getan. Denn für die Fläche der neuen Kita galt der Bebauungsplan „Gewerbegebiet Am Bahnhof“ aus dem Jahr 1996. Der schrieb auf der öffentlichen Grünfläche „Kinderspielplatz, Grünanlage und Bolzplatz“ fest. Zudem waren ein Geh- und Radweg sowie Pflanzbindungen festgesetzt. Also musste dieser rechtskräftige Bebauungsplan entsprechend geändert werden. Auch der Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006 musste geändert und fortgeschrieben werden, damit hier gebaut werden darf.