Bayern, Florenz, Neapel Sommertheater um den Transfer von Gomez

Mario Gomez weiß nicht, wo er demnächst spielen wird. Foto: dpa
Mario Gomez weiß nicht, wo er demnächst spielen wird. Foto: dpa

Tatsachen über Tatsachen: für welchen Verein Mario Gomez künftig spielen wird, ist völlig ungewiss. Bleibt er am Ende vielleicht sogar in München?

Sport: Thomas Haid (T.H.)
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Stuttgart - Am Mittwoch muss Mario Gomez seine Kollegen einladen. Das gehört sich so, denn der Nationalstürmer wird 28 Jahre alt. Das ist die erste Tatsache. Die zweite Tatsache lautet, dass er aber nur dann so richtig Grund zum Feiern hätte, wenn sich dieser Termin gleich mit seinem Ausstand beim FC Bayern verbinden ließe. Darauf deutet jedoch wenig hin, da der Transfer zu einer Hängepartie geworden ist – mit völlig offenem Ende. Plötzlich ist nichts mehr unmöglich. „Wenn sich die Vereine jetzt nicht einigen, kann es gut sein, dass er in München bleibt“, sagt der Gomez-Berater Uli Ferber gegenüber der StZ. Aber bleiben wir bei den Tatsachen.

Die dritte Tatsache ist: die Vereine sind der FC Bayern und der AC Florenz, der am vergangenen Donnerstag erklärt hat, dass er die geforderte Ablöse von knapp 25 Millionen Euro nicht zahlen kann. Florenz bietet rund 18 Millionen – und mehr sei nicht drin, sagt der Sportdirektor Daniele Pradé.

Das führt zu Tatsache Nummer vier und heißt nicht, dass die Tür zu wäre. Die Verhandlungen gehen im Verborgenen weiter, weil erstens klar ist, dass die Bayern ihren Angreifer eigentlich verkaufen möchten. Und zweitens will Gomez trotz der Ferber-Aussage nach Florenz. Im Raum steht ein mit 4,6 Millionen Euro netto pro Saison dotierter Vierjahresvertrag. Zudem hat aktuell auch der SSC Neapel wieder an ihm Interesse. Dabei hatte Gomez einen Wechsel zu diesem Verein schon vor Wochen ausgeschlossen. Das ist die fünfte Tatsache.

Waren seine Tore gegen den VfB doch kein Abschiedsgeschenk?

Tatsache sechs: Gomez ist momentan auch in Italien, aber am Gardasee, wo der FC Bayern sein Trainingslager abhält. Während Ferber in der Heimat das Feld für eine eventuelle Fortsetzung des Engagements in München bestellt, gibt es in Riva atmosphärische Störungen zwischen den Bayern und Gomez. Der Club belegte ihn mit einer fünfstelligen Geldstrafe, weil er bei der Ankunft im Quartier eine Kappe mit der Aufschrift des falschen Bayern-Sponsors getragen hat – ein Verstoß gegen die Abmachung mit dem richtigen Bayern-Sponsor. Im Test gegen eine Paulaner Traumelf (13:0) kam Gomez am Freitag nicht zum Einsatz. Er absolvierte parallel eine Übungseinheit mit den Nachwuchsspielern Mitchell Weiser und Vladimir Rankovic. So viel zur siebten Tatsache.

Tatsache acht: ungewiss ist, warum Gomez in der Rückrunde beim FC Bayern so ins Abseits geraten ist, nachdem er vor der Winterpause den Anschluss an die Stammformation hergestellt hatte. Als es im Januar wieder losging, war er jedoch zeitweise sogar nur der dritte Stürmer hinter Mario Mandzukic und Claudio Pizarro. Lautet die neunte Tatsache, dass dafür vielleicht nicht nur sportliche Gründe ausschlaggebend waren, zumal seine Trefferquote bei den wenigen Auftritten stimmte? Wie wertvoll Gomez ist, zeigte er beim 3:2 im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart, als er zweimal erfolgreich war. Das ist die zehnte Tatsache.

Die Tore gegen den VfB waren sein Abschiedsgeschenk – oder nicht? Die Angelegenheit ist so verwirrend, dass tatsächlich mit allem zu rechnen ist. Zurück zu Tatsache eins: Gomez hat bald Geburtstag.




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