Bebauung in Stuttgart-Fasanenhof Wie viel Nachverdichtung verkraftet ein Stadtteil?

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Ein privater Investor will am Logauweg bis zu 250 Wohnungen bauen. Das kommt nicht überall gut an. Auch, weil in Stuttgart-Fasanenhof bereits einige Wohnbauprojekte geplant sind.

Auf dem Fasanenhof sollen weitere Wohnhäuser gebaut werden. Foto: Symbolbild dpa/Bernd von Jutrczenka
Auf dem Fasanenhof sollen weitere Wohnhäuser gebaut werden. Foto: Symbolbild dpa/Bernd von Jutrczenka

Fasanenhof - Iris Ripsam platze der Kragen. „Die Bezirksbeiräte konnten sich nicht angemessen vorbereiten, und die Anwohner hatten keine Ahnung, worum es geht!“, sagte die CDU-Stadträtin in der Bezirksbeiratssitzung am Mittwoch. Der Grund war die Tagesordnung. Auf dieser stand unter Punkt 3: Aktuelle und absehbare Entwicklungen/Projekte in S-Fasanenhof. Gemeint waren in erster Linie die vor Kurzem bekannt gewordene Pläne für den Logauweg. Erst Ende 2019 war bekannt geworden, dass ein privater Investor die Grundstücke gekauft hatte und dort bauen will. „Die Fasanenhofer müssen erst mal die Nachverdichtung am Ehrlichweg verkraften“, sagte Ripsam, die selbst auf dem Fasanenhof wohnt.

Politiker wollen sich einbringen

Auch die Bebauung am Ehrlichweg wurde im Bezirksbeirat kurz angesprochen, ebenso die Pläne der katholischen Kirchengemeinde St. Hedwig und Ulrich für das Areal am Delpweg. Dort könnte ein Mehrgenerationenhaus entstehen – genaueres konnte Susanne Frucht vom Amt für Stadtplanung und Wohnen in der Sitzung nicht sagen, da es sich um ein kirchliches Vorhaben handelt, nicht um ein städtisches.

Außerdem wurde im Bezirksbeirat unter anderem noch das Thema Parkraummanagement auf dem Fasanenhof angesprochen. Alles in allem Themen, die einzeln auf die Tagesordnung gehört hätten, argumentierte Iris Ripsam. „Ich erwarte, dass die Beiräte ordentlich unterrichtet werden und sich äußern können“, sagte die Stadträtin.

Ins selbe Horn bliesen auch die Bezirksbeiräte selbst. „Wir wollen uns einbringen“, sagte Fred Wagner (CDU). Vor allem die Bebauung am Logauweg stieß den Lokalpolitikern sauer auf. „Wir werden hier wieder vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagte Dieter Bernhardt (SPD). Auch, wenn die Detailplanung noch ausstehe, Tatsache sei, dass man sich nicht auf das Thema habe vorbereiten können.

Beschlossen ist noch nichts

Der Investor, die DIBAG Industriebau AG, will auf dem Areal 200 bis zu 250 Wohnungen, ein Pflegeheim mit 90 Plätzen, Pflege-Wohngemeinschaften und zwei Kitas bauen. Susanne Frucht betonte allerdings: „Beschlossen ist noch nichts.“ Das Verfahren sei erst ganz am Anfang, es werde noch ein Wettbewerb ausgerufen, um auszuloten, wie die Bebauung aussehen soll. Die Info, die die Bezirksbeiräte bekommen hätten, sei die selbe gewesen, die im Unterausschuss Wohnungsbau präsentiert worden sei. Mit der weiteren Planung wolle man dann wieder in die Gremien kommen. Aus den Reihen der Bezirksbeiräte wurde angeregt, die Fasanenhofer Bürger in den Wettbewerb einzubinden. Diese Anregung wolle sie mitnehmen, sagte Frucht. In jedem Fall sei die Bezirksvorsteherin Evelyn Weis als beratendes Mitglied in der Jury.

Bei aller Ablehnung aus dem Bezirksbeirat: Über das Projekt abstimmen konnten die Lokalpolitiker am Mittwoch nicht, es handelte sich lediglich um einen mündlichen Bericht. Im Mai soll das Thema Bebauung Logauweg erneut auf der Tagesordnung stehen.

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