Bedeutender britischer Literaturpreis Olga Tokarczuk gewinnt Man-Booker-International-Preis

Glückliche Gewinnerinnen: Olga Tokarczuk (links) und ihre Übersetzerin Jennifer Croft. Foto: dpa
Glückliche Gewinnerinnen: Olga Tokarczuk (links) und ihre Übersetzerin Jennifer Croft. Foto: dpa

Die hochdotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an eine polnische Autorin und ihre Übersetzerin.

Kultur: Amber Sayah (say)
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London - Die Schriftstellerin Olga Tokarczuk hat den britischen Man-Booker-International-Preis 2018 gewonnen. Sie ist die erste Polin, die die hochdotierte Auszeichnung erhält. Das Preisgeld von 50 000 Pfund geht zu gleichen Teilen an die Autorin und ihre Übersetzerin Jennifer Croft. Geehrt wird die 56-jährige Tokarczuk für ihren Roman „Flights“ („Unrast“). Darin reflektiert die in Polen bereits vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin über das moderne nomadische Leben und die Sterblichkeit des menschlichen Körpers. In Tokarczuks Geschichten kollidierten diese Themen auf ungewöhnliche Weise, sagte die Juryvorsitzende Lisa Appignanesi.

Für den diesjährigen Man-Booker-International-Preis waren mehr als hundert Titel nominiert worden. Auf der Shortlist standen zuletzt der Spanier Antonio Munoz Molina, der Iraker Ahmed Sadaawi und die Französin Virginie Depentes. Die Konkurrenz sei hart gewesen, bekannte Appignanesi, aber Tokarczuk habe schließlich mit „ihrem Witz, ihrem Erfindungsreichtum und ihrer literarischen Ausdruckskraft“ überzeugt. Die Juryvorsitzende hob zugleich hervor, dass viele Romane der polnischen Preisträgerin noch der Übersetzung ins Englische harrten. Tokarczuk ist von Hause aus Psychologin und hat bereits 1989 ihr erstes Buch, einen Gedichtband, veröffentlicht. Seitdem hat sie allein acht Romane geschrieben. Sie ist zudem die Organisatorin eines Literaturfestivals in Polen. Dennoch muss sich Tokarczuk als Kritikerin der zunehmend rechtsnationalistischen Regierungspolitik in ihrer Heimat auch immer wieder gegen Anfeindungen wehren.

Der Man-Booker-Preis ist einer der wichtigsten Literaturpreise Großbritanniens und wird seit 1969 an britische Autoren vergeben. Seit 2005 werden mit dem Man-Booker-International-Preis auch nicht englischsprachige Literaten geehrt. Im vergangenen Jahr wurden der israelische Schriftsteller David Grossman und seine Übersetzerin Jessica Cohen für „A Horse Walks Into a Bar“ ausgezeichnet.




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