Bedrohte Tierarten Menschenaffen droht dramatischer Verlust des Lebensraums

Zwei einjährige Berggorillababys spielen zusammen im Regenwald des Bwindi Impenetrable Nationalparks im Südwesten Ugandas. Foto: Uncredited/AP/dpa 9 Bilder
Zwei einjährige Berggorillababys spielen zusammen im Regenwald des Bwindi Impenetrable Nationalparks im Südwesten Ugandas. Foto: Uncredited/AP/dpa

Düstere Aussichten: Der Lebensraum von Menschenaffen wie Gorillas, Bonobos und Schimpansen wird in Afrika bis 2050 massiv schrumpfen. Ursachen sind Klimawandel, Zerstörung des Lebensraums und die Ausbreitung des Menschen.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Nairobi - Der Lebensraum von Menschenaffen wie Gorillas, Bonobos und Schimpansen wird in Afrika in den kommenden 30 Jahren massiv schrumpfen. Dies ist das Ergebnis einer in der Fachzeitschrift „Diversity and Distributions“ veröffentlichten Studie, an der über 60 Wissenschaftler beteiligt waren.

Demnach wird mindestens 85 Prozent des heutigen Verbreitungsgebiets der Affen bis 2050 nicht mehr bewohnbar sein. Die Zerstörung des Lebensraums stehe im engen Zusammenhang mit Klimawandel, Abholzung von Wäldern und menschlichem Bevölkerungswachstum.

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„Düstere Zukunft“ für Menschenaffen

Gorillas, Bonobos (Zwergschimpansen) und Schimpansen blickten in „eine düstere Zukunft“, sagt Ilka Herbinger vom World Wide Fund For Nature (WWF), eine Co-Autorin der Studie. „In vielen Regionen Afrikas drohen unsere nächsten Verwandten schon bald auszusterben.“

Herbinger rief dazu auf, „den Klimakollaps“ und die „Zerstörung der Wälder“ aufzuhalten, um ein Massensterben der Menschenaffen abzumildern.

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Neue Rückzugsgebiete schaffen

Laut der Studie ist es für das Überleben der afrikanischen Menschenaffen auch entscheidend, „Verbindungen und Korridore“ zwischen Lebensräumen zu erhalten und herzustellen, die zukünftig ein Rückzugsgebiet sein könnten.

So seien beispielsweise derzeit Gebirge für einige Menschenaffenarten als Lebensraum weniger geeignet, jedoch sei davon auszugehen, dass sich dies durch die Erderwärmung ändern werde. So könnten Tiere theoretisch überleben, wenn es ihnen möglich ist, aus dem Tiefland in die Berge zu wandern.

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In der Studie wurden erstmals die Auswirkungen von Klimawandel, Landnutzung und menschlichem Bevölkerungswachstum in ihrer Gesamtheit auf das künftige Verbreitungsgebiet von Gorillas, Schimpansen und Bonobos untersucht. Zur Zeit sind alle afrikanischen Menschenaffen auf der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) entweder als gefährdet oder als vom Aussterben bedroht eingestuft.




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