Beengtes Magazin in Gerlingen Die Feuerwehr beansprucht mehr Platz

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Das Magazin der Brandschützer platzt aus allen Nähten. Ein gravierender Mangel ist die fehlende Trennung von kontaminierten und sauberen Bereichen im Haus.

Das Gerlinger Feuerwehrhaus soll erweitert werden – jetzt wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat das Thema aufgreifen. Foto: factum/Simon Granville
Das Gerlinger Feuerwehrhaus soll erweitert werden – jetzt wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat das Thema aufgreifen. Foto: factum/Simon Granville

Gerlingen - Wir kommen an die Kapazitätsgrenze.“ Der Gerlinger Feuerwehrkommandant Andreas Kasper nimmt im Finanz- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderats kein Blatt vor den Mund, als er die Lage seiner Truppe schildert – insbesondere die Zustände im 30 Jahre alten Feuerwehrhaus. Dies muss erweitert werden, um den heutigen Anforderungen zu genügen. Das hatte schon Kaspers Vorgänger Hans-Jörg Schopf in den Jahren 2013 bis 2015 angemahnt. Doch nun wollen die Rathausspitze wie die Gemeinderatsfraktionen das Problem angehen.

Vieles ist zu klein geworden

Die Duschen sind zu klein, die Umkleidebereiche für Frauen und Männer nicht getrennt, die Jugendfeuerwehr hat 50 Quadratmeter zu wenig, in den Materiallagern herrscht drangvolle Enge, ein Fahrzeug ist in einer Waschbox abgestellt – die Mängelliste ist lang. Darin steht auch, dass verschmutztes Einsatzmaterial und -kleidung nicht ordentlich von den sauberen Bereichen getrennt werden kann. Die Folge, so Kommandant Kasper: „Bei uns riecht es zwischendurch wie in einer Räucherei.“ Die Mängelliste steht exakt im Feuerwehrbedarfsplan, der bis 2024 gilt.

Kasper habe bei seinem Dienstantritt 2015 das Thema Ausbau des Feuerwehrhauses von seinem Vorgänger Hans-Jörg Schopf geerbt, bestätigt der Bürgermeister Georg Brenner. In der Zwischenzeit habe man, beispielsweise bei den Lagerflächen, Provisorien geschaffen. Die Stadt habe in die Instandhaltung des Gebäudes investiert, grundlegend sei man aber nicht weitergekommen. Dies wolle man nun angehen – in weiteren Beratungen in den Ausschüssen und im Mai im Gemeinderat. „Wir wissen um die Verpflichtung für die kommenden Jahre“, sagt Brenner. Man müsse überlegen, wie der nötige Raumbedarf geschaffen werden könne. Der Bürgermeister möchte das Architekturbüro Grob anfragen, welches das Feuerwehrhaus 1987/88 gebaut hat, ob es zunächst die Beratung übernehmen könne. Die Planer des Hauses könne man nicht übergehen.

Auch das Rote Kreuz hätte gerne mehr Platz

Neben dem Feuerwehrhaus verfügt die Stadt über Flächen, zum Beispiel einen Grünstreifen an der Weilimdorfer Straße. Vor fünf Jahren war schon einmal die Rede davon, dort ein Lager anzubauen. Dieser Plan wurde aber nicht weiter verfolgt. Das Stadtbauamt hatte Wichtigeres zu zun.

In der Sitzung kam auch zur Sprache, dass das örtliche Rote Kreuz gerne mehr Platz hätte. Dessen Dienstfahrzeuge stehen zum Teil im Freien. Der Rathauschef sagte dazu, es handele sich „um zwei unterschiedliche Institutionen“. Die Feuerwehr sei eine kommunale Pflichteinrichtung, das DRK ein „nicht ganz mittelloser“ Verein. Gleichwohl habe es Vorteile, wenn beide Organisationen beieinander agierten.

Feuerwehr „braucht keine Kunst“

„Wir sind vom Gesetz verpflichtet, das schleunigst zu erledigen“, sagte Horst Arzt von den Freien Wählern. „Wir müssen das in die Hand nehmen, das Geld muss da sein, sonst streichen wir woanders etwas.“ Laut Gabriele Badenhausen (CDU) „können wir nicht pauschal sagen ,das machen wir alles’.“ Der Gemeinderat bitte die Feuerwehr, auch kleinere Lösungen zu akzeptieren. Und Martin Maisch (Freie Wähler), selbst Feuerwehrmann, sendete den Planern ein Signal: Sie müssten das Rad nicht neu erfinden, das Feuerwehrhaus sei ein funktioneller Bau, „wir brauchen keine Kunst“.

Ditzingen Das Feuerwehrhaus in der Kernstadt wird in diesem Jahr erweitert. Für das Magazin in Heimerdingen laufen Erweiterungspläne. Die Feuerwehren der Stadtteile Hirschlanden und Schöckingen haben eine Fusion abgelehnt. Jetzt wird überlegt, wie deren Häuser erweitert werden können. Zudem soll für die Gesamtwehr ein Übungsgelände geschaffen werden.

Korntal-Münchingen
In Münchingen will die Feuerwehr seit zehn Jahren erweitern – wie überall sind die Umkleideräume zu klein.
Für das noch nicht einmal 20 Jahre alte Feuerwehrhaus in Korntal gibt es keine Erweiterungspläne.

Hemmingen
Die Feuerwehr ist im Oktober/November 2018 in ihr neues Haus im Gewerbegebiet umgezogen. kwa