Begegnungskonzert in Stuttgart-Möhringen Kinder musizieren auf der großen Bühne

Von Jacqueline Fritsch 

Am Mittwoch spielen sechs Musikgruppen unterschiedlicher Schulen ein gemeinsames Konzert im Bürgerhaus. Wir haben bei den Proben vorbeigeschaut und erste Aufnahmen der Musiker mitgebracht.

Die Fasanenhofschüler singen von Fischen, Tigern, Kängurus und Tausendfüßlern. Foto: Jacqueline Fritsch
Die Fasanenhofschüler singen von Fischen, Tigern, Kängurus und Tausendfüßlern. Foto: Jacqueline Fritsch

Möhringen - In den vergangenen Monaten haben rund 90 Schüler fleißig geprobt. Denn am Mittwoch, 31. Mai, geht es für sie auf die große Bühne – Musikgruppen von sechs Schulen aus dem Bezirk spielen ein gemeinsames Konzert. Unter dem Titel „Begegnungen der Schulmusik“ hat jede Schule einen Solo-Auftritt. Zum Schluss singen alle gemeinsam ein Lied. Um 17 Uhr lädt das staatliche Schulamt ins Möhringer Bürgerhaus, Filderbahnplatz 32, ein. Wir haben bei den Proben vorbeigeschaut.

Die aufgeweckten Kleinen

Sehr laut geht es in der Fasanenhofschule zu. Diese wird von ganz jungen Musikern im Bürgerhaus vertreten. Die Eingangsklasse 1, eine Mischklasse aus Erst- und Zweitklässlern, hat vier Lieder einstudiert. Bei ihrem Auftritt gibt es nicht nur etwas zu hören, man kann auch viel Bewegung sehen. So versuchen die Kinder die Tiere darzustellen, um die es in den Liedern geht. Die Musiklehrerin begleitet die jungen Schüler auf dem Klavier.

Vor allem die Klassenlehrerin Martina Grochal freut sich auf das Konzert. „Es ist spannend, diese kreative Seite der Kinder zu sehen“, sagt sie. Die Schüler kämen immer begeistert aus der Musikstunde und erzählten, wen sie zum Auftritt eingeladen haben.

Der Trommelzauber

Von den Riedseeschülern gibt es reichlich Trommelklänge. Elf Dritt- und Viertklässler haben innerhalb von zehn Proben ein Stück eingeübt, das sie auf ihren selbst gebastelten und bemalten Trommeln spielen. Sabrina Steudle leitet die Gruppe und ist stolz auf die Kinder: „Langsam merken sie, wie es ein Stück wird“, sagt sie. „Am Anfang ein paar Rhythmen zu üben ist immer langweilig. Aber mittlerweile sind sie sehr konzentriert.“ Da die Rhythmen recht kompliziert sind, dienen bunte Plakate auf dem Boden als Gedankenstütze. Die Gruppe ist aus dem sogenannten Atelier entstanden, einem Bestandteil des Sachunterrichts an der Riedseeschule. Die dritten und vierten Klassen werden dabei in gemischte Gruppen aufgeteilt und behandeln unterschiedliche Themen. Ein Teilbereich ist der „Trommelzauber“.

Hören Sie hier die Schüler der Riedseeschule.

Zwei Chöre, eine Schule

Noch sitzt der Text nicht ganz. Die ersten beiden Lieder sind schnell geprobt, alles passt. Nur das letzte macht noch Probleme. Der Chor der Anne-Frank-Gemeinschafts- und Realschule hat sich für zwei bekannte Popsongs entschieden: Die Schüler werden beim Begegnungskonzert „Lieblingsmensch“ und „Spirits“ singen. Außerdem sind die 35 Schüler für den Hauptteil des gemeinsamen Abschluss-Songs verantwortlich. „Wir singen die Strophen und die anderen steigen im Refrain mit ein“, sagt Britt Halama, die leitende Lehrerin. Die Unterstufenschüler proben seit einigen Wochen und freuen sich sehr auf das Konzert. „Meine einzige Sorge ist, dass wir in dem großen Raum nicht laut genug sein können“, sagt Halama. Der Text sitze bis dahin aber ganz bestimmt. Die Anne-Frank-Schule ist am Mittwoch gleich doppelt vertreten. Die Songgruppe spielt noch drei Lieder, die etwas anspruchsvoller sind. „Da ist dann so etwas wie Amy Winehouse dabei“, sagt Halama.

Die kleinen Schlagzeuger

Laute Rhythmen gibt es vom Percussion-Ensemble der Stadtteil-Musikschule. Sechs Schlagzeuger im Alter von acht bis elf Jahren proben bereits seit Anfang des Jahres, das Ensemble gibt es erst seit vergangenem Oktober. Lukas Ehret leitet die Gruppe und ist aufgeregter als die Kinder selbst. „Ich bin immer nervöser, wenn die Kinder spielen, als wenn ich selbst spiele“, sagt er, „aber das wird auf jeden Fall alles klappen.“

Die Gruppe wird drei Stücke spielen und zeigt nicht nur auf dem Schlagzeug ihr Können. Auch Holzkisten, die wie Hocker aussehen, bringen sie mit – sogenannte Cajons. Die Proben laufen schon ganz gut, nur auf das Tempo müssen die Kinder noch achten. „Ihr rennt immer so“, sagt Ehret. Von den Soli der Einzelnen ist er aber begeistert. „Sie werden das gut hinkriegen“, sagt er stolz.

Die coole Band

Die Musik-AG der Heilbrunnenschule probt bereits seit Weihnachten einmal pro Woche. „Es wird auch geprobt, wenn nur einer da ist“, sagt Werner Müller, der zuständige Lehrer. Wenn die Gruppe vollständig ist, sitzen sechs Schüler an Schlagzeug, Keyboard und Gitarre. Sie werden von einem Studenten an der E-Gitarre begleitet.

Die 13- bis 14-jährigen Schüler sind sich ihrer Sache bereits sehr sicher. Zuerst kommt das Schlagzeugsolo, dann setzen die anderen mit ein. Auch Müller hat für den Auftritt der Band keine Verbesserungsvorschläge mehr. Er spürt bereits die Vorfreude seiner Schützlinge. „Sie freuen sich schon, sie wollen es nur nicht so richtig zeigen“, meint Müller, „es gilt als nicht sehr cool, wenn man sich auf so etwas freut.“

Der Sonderschullehrer hat die Musik-AG vor einiger Zeit übernommen. „Ich spiele ein bisschen Gitarre und unterrichte sonst auch alles“, sagt er. Mit der sechsköpfigen Arbeitsgemeinschaft hat er ein Musikstück einstudiert, das sich wirklich hören lassen kann. Zu einem Gruppenfoto kann er die jungen Musiker jedoch nicht überreden.

Hier hören Sie hier die Heilbrunnenschule.

Die Zauberflöten-Geiger

Das Orchester der Freien Evangelischen Schule hat sich etwas ganz Schwieriges zugetraut. Zwölf Streicher und Bläser spielen zwei Stücke aus Mozarts Zauberflöte. Bei einer der letzten Proben waren sechs Kinder anwesend – vier Geigerinnen, ein Geiger und ein Mädchen mit der Querflöte. Angeleitet werden sie von der Profi-Geigerin Christina Eychmüller und der Lehrerin und Leiterin des Orchesters, Martina Schäfer.

„Es ist schon relativ anspruchsvoll“, sagt Schäfer, „aber wir haben die Noten dem Können der Schüler angepasst.“ Über schiefe Töne muss sich Eychmüller nicht beklagen, nur Kleinigkeiten gefallen ihr noch nicht. „Ihr müsst das mit mehr Schwung machen“, sagt sie und schwingt den Bogen über die Saiten. Die Melodie passt noch nicht zur Gegenstimme und die Fünft- bis Achtklässler sollen mehr auf den Takt hinspielen. „Man kann auch im piano aktiv spielen“, sagt die Profi-Geigerin. Die zwölf Schüler üben seit Dezember und hatten eine intensive Probephase während der Orchesterfreizeit. Kein Wunder, dass sich das Stück bereits sehr professionell anhört. Das Orchester ist die einzige Klassik-Musikgruppe beim Begegnungskonzert.

Hören Sie hier die Freie Evangelische Schule.

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