Die Inzidenz in Stuttgart steigt. Überproportional betroffen von Neuinfektionen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Familie/Bildung/Soziales: Mathias Bury (ury)

Während der einen Woche, seit die Impfpflicht in den Gesundheitsberufen gilt, sind bei der Stadt Stuttgart 630 ungeimpfte Beschäftigte gemeldet worden. „Es werden sicher noch eine ganze Menge Nachmeldungen kommen“, sagte Martin Priwitzer, der zuständige Abteilungsleiter beim Gesundheitsamt, am Montag im Sozialausschuss des Rats. Die Meldungen müssen in einer Frist von zwei Wochen gemacht werden. Im Vorfeld ist die Stadt von bis zu 4000 Meldungen insgesamt ausgegangen.

 

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Was die Entwicklung der Corona-Inzidenz in Stuttgart angeht, die hier am Montag bei 1469 Fällen pro 100 000 Einwohner lag (bei insgesamt 9262 gemeldeten Fällen in sieben Tagen), sagte Priwitzer, man bewege sich auf einen Wert von 2000 Fällen zu. Die Tendenz sei derzeit „klar steigend“. Man befinde sich „am Beginn der sechsten Welle“, betonte der Mediziner. Die deutliche Zunahme der Infektionen sei auf die leichtere Übertragbarkeit der Omikron-Sublinie BA.2, die etwa 60 Prozent der Neuinfektionen ausmachten, und auf Lockerungen zurückzuführen. Dagegen „verharrt“ die Impfquote in der Landeshauptstadt bei 70,2 Prozent, die Drittimpfungen bei 49,5 Prozent.

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Überproportional betroffen von Neuinfektionen seien Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Man habe in allen Formen von Gemeinschaftseinrichtungen Infektionszuwächse, in den Kitas und den Schulen vor allem beim Personal, sagte der Mediziner. So würden in Kitas aktuell jede Woche rund 400 Neumeldungen registriert, je zur Hälfte Kinder und Personal, rund 130 Einrichtungen seien betroffen. Von Schulen gehen wöchentlich etwa 1500 Infektionsmeldungen ein (Verhältnis Schüler zu Lehrern: acht zu eins), derzeit von 150 Schulen. In 20 Pflegeheimen gebe es aktuell Infektionsfälle, auch in zehn Flüchtlingsunterkünften und zwölf Behinderteneinrichtungen.

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Die Positivrate bei Schnelltests, von denen in der zweiten Märzwoche 226 400 gemacht wurden, lag bei drei Prozent. Die Zahl der Teststellen ist von 412 auf 300 gesunken.

Einige Ausschussmitglieder sind besorgt über die wachsende Zahl von Corona-Infektionen. Rose von Stein (Freie Wähler) erklärte zu ihren Erfahrungen beim VfB-Spiel am Wochenende kritisch: „Anwendung der Maske in der Stadtbahn – gelegentlich.“ Auch Laura Halding-Hoppenheit, Stadträtin des Linksbündnisses und seit vier Jahrzehnten Wirtin des Kings Clubs, ist unwohl bei der aktuellen Entwicklung. „Ich bin über die Explosion erschrocken“, sagte sie, „die Leute sind Party-hungrig. Aber wenn alle Party machen, nimmt das kein gutes Ende.“