Schulstart in Stuttgart Das sind vier von Stuttgarts neuen Lehrkräften

Vier von 119 neuen  Lehrkräften in der Landeshauptstadt (von links): Rosanna Bellarosa, Alessia Reiner, Eva Halagah und Martina Dümmel Foto: Lichtgut/Julian Rettig,/Collage: Volker Detsch

Nicht nur Stuttgarter Schüler, auch 119 neue Lehrerinnen und Lehrer starten am 11. September in den Unterricht. Sie wurden nun im Rathaus vereidigt. Vier von ihnen haben erzählt, warum sie sich für Stuttgart entschieden haben und worauf sie sich besonders freuen.

Volontäre: Isabell Erb (erb)

Alessia Reiner ist aufgeregt. Es ist eine freudige Aufregung, wie sie selbst sagt, vor ihrem ersten Arbeitstag als Lehrerin nach ihrem Referendariat. Sie wird an der Gemeinschaftsschule Weilimdorf unterrichten. Damit hat Alessia Reiner das, worauf sie 18 Monate hingearbeitet hat, endlich erreicht. „Ich habe so lange studiert, mich auf diesen Beruf vorbereitet, jetzt will ich endlich richtig anfangen“, erzählt die angehende Lehrerin aus Kornwestheim. Sie habe schon viele Ideen, die sie in ihrer Zeit an der Schule umsetzen möchte.

 

Alessia Reiner ist eine von 119 Lehrkräften, die in diesem Schuljahr neu an einer staatlichen Stuttgarter Schule anfangen. Sie alle wurden am Freitag im Rathaus feierlich vereidigt. Der leitende Schulamtsdirektor Thomas Schenk dankte den neuen Lehrkräften und hob deren Arbeit als „wichtigen gesellschaftlichen Beitrag“ hervor.

Hier schwören die neuen Lehrkräfte ihren Eid. Foto: Lichtgut//Julian Rettig

Viele haben sich bewusst für Stuttgart entschieden

Viele der neuen Lehrkräfte haben sich aktiv nach einer Stelle an einer Schule in Stuttgart umgesehen. „Kulturell gibt die Stadt einfach extrem viel her“, sagt beispielsweise Josephina Müller, die an der Herbert-Hoover-Grundschule in Zuffenhausen unterrichten wird. Auch Martina Dümmel wollte unbedingt in Stuttgart arbeiten. Mit der Schickhardt-Gemeinschaftsschule in Stuttgart-Süd hat die Lehrerin ihre Traumschule bekommen. „Ich finde das Konzept der Gemeinschaftsschule super, und ich hatte ein tolles Gespräch mit der Schulleitung“, erzählt Martina Dümmel. Sie freue sich vor allem auf das Kollegium und die Schüler.

Rosanna Bellarosa wechselt von einer privaten Schule

Unter den neuen Stuttgarter Lehrerinnen ist auch Rosanna Bellarosa. Für Bellarosa ist der Tag zwar kein offizieller Start ins Berufsleben, aber er ist dennoch ein besonderer. Die Lehrerin wechselt von einem privaten Gymnasium ebenfalls an die Schickhardt-Gemeinschaftsschule und arbeitet nun an einer öffentlichen Schule. Das hatte sich Rosanna Bellarosa immer gewünscht, aber mit ihrer Fächerkombination – Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde – sei das gar nicht so einfach gewesen, sagt die Ludwigsburgerin.

Weil die Schickhardt-Gemeinschaftsschule aber auch eine gymnasiale Oberstufe hat, kann sie nun den Leistungskurs in Wirtschaftskunde leiten. „Das ist so schön, jetzt habe ich endlich das Gefühl anzukommen“, erzählt Bellarosa. Die Schule sei die einzige mit diesem Angebot im Umkreis.

Stuttgart hat eine vielfältige Schullandschaft

Die Vielfalt der Stuttgarter Schulen hob auch Bürgermeisterin Isabel Fezer hervor. „Mit etwa 150 Schulen und über 74 000 Schülerinnen und Schülern haben wir hier eine äußerst bunte Schullandschaft“, sagte Fezer bei der Vereidigung. Dazu gehören Grundschulen, weiterführende Schulen und Berufsschulen, aber auch außerschulische Betreuungsangebote und Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ).

In einem solchen SBBZ unterrichtet nun auch Eva Halagah, die sich auf die Fachrichtung Sprache spezialisiert hat. Die angehende Lehrerin arbeitet an der Hasenbergschule, einer kleinen sonderpädagogischen Schule im Stuttgarter Westen. Nur 13 Kolleginnen und Kollegen wird sie haben, aber genau das ist es, was Halagah gesucht hat. „Was ich besonders toll finde an der Schule, sind die flachen Hierarchien“, sagt die Stuttgarterin. „Man begegnet sich auf Augenhöhe.“

Die Kinder stehen im Vordergrund

Je mehr Halagah über ihre künftige Schule spricht, desto stärker merkt man ihr die Begeisterung für den Beruf an. „Nicht die Inhalte, sondern die Kinder stehen an der Schule im Vordergrund, das finde ich wichtig“, sagt Halagah. Sie genieße es sehr, mit den Kindern zu arbeiten, ihr gefalle die Herausforderung, Schüler mit Lernbehinderungen aufs Leben vorzubereiten.

Aber nicht nur Eva Halagah freut sich auf die kommende Zeit. Am Ende der Vereidigung hat jede der mehr als 100 Lehrkräfte einen grünen Umschlag in der Hand, darin sind Urkunde und Arbeitsvertrag. Und alle haben ein stolzes Lächeln auf den Lippen.

Das schwören die neuen Lehrer bei ihrer Vereidigung


Die 119 Lehrerinnen und Lehrer bei der Vereidigung. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der Text im Wortlaut
„Ich schöre, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

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