Begleitprogramm zu „Babylon Berlin“ Alte Ufa-Klassiker in der ARD-Mediathek

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Das Erste begleitet die neue Staffel von „Babylon Berlin“ mit einem spektakulären Zusatzangebot in seiner Mediathek. Mit diesen Kino-Klassikern der 1920er und -30er Jahre kann man ganze Nächte zubringen!

Jetzt auch in der ARD-Mediathek: Marlene Dietrich im Klassiker „Der blaue Engel“ Foto: dpa
Jetzt auch in der ARD-Mediathek: Marlene Dietrich im Klassiker „Der blaue Engel“ Foto: dpa

Stuttgart - Wer in diesen Tagen als Filmfreund in der ARD-Mediathek stöbert, fühlt sich plötzlich wie im Schlaraffenland: Weil die neue Staffel von „Babylon Berlin“ zu großen Teilen in den Filmstudios der Metropole um 1930 spielt, hält das Erste gerade eine wahrlich stattliche Auswahl großer deutscher Stummfilme der zwanziger Jahre und früher Tonfilme der beginnenden dreißiger Jahre zum Jederzeit-Streamen bereit – und, besonders hübsche Idee, lässt die Regisseure und Hauptdarsteller der Serie als Paten Einführungen zu den Filmen geben.

Wer sich entweder für Film oder für die Weimarer Republik oder gar für beides interessiert, wird hiermit ganze Abende und Nächte zubringen können: Heinrich George als Franz Biberkopf in „Berlin Alexanderplatz“ (1931), Marlene Dietrich in ihrer Weltkulturerbe-Glanzrolle in „Blauer Engel“ (1929), Peter Lorre als gehetzter Verbrecher in „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) – hier sind nicht nur große Schauspielstars zu erleben, sondern noch dazu in Werken, die alle zum internationalen Kanon der Filmkunst zählen.

Das „lineare Fernsehen“ ist Vergangenheit

Regisseur von „M“ war Fritz Lang, und dieser Pionier des Kinos, der nach 1933 erst nach Paris und dann gen Hollywood floh, steuert in diesem Reigen gleich mehrere Schlüsselwerke der Kinogeschichte bei: Seine beiden „Dr. Mabuse“-Stummfilme von 1921 sind Meilensteine des Thriller-Genres; vor der ästhetischen Raffinesse seines Science-Fiction-Films „Metropolis“ (1929) verbeugt sich noch heute so mancher große US-Regisseur neidlos. Und weniger bekannt, von Fachleuten aber kaum weniger gerühmt: Fritz Langs zweiter SF-Film von 1929, „Die Frau im Mond“. Wen stört da die Patina?

All diese Filme hätte die ARD in früheren Jahrzehnten vielleicht auch im regulären Programm platziert. Dass sie das nicht mehr tut, mag man beklagen. Aber wenn der Zuschauer all diese Schätze nun bis zum 18. Oktober kostenlos zu einem Zeitpunkt seiner persönlichen Wahl anschauen kann, markiert das Erste einen weiteren Entwicklungsschritt seiner Mediathek hin zum öffentlich-rechtlichen Streamingdienst. Die ARD-Chefs zeigen, dass sie das lineare Fernsehen Schritt für Schritt hinter sich lassen. Denn auch die dritte Staffel von „Babylon Berlin“ ist von Sonntag an komplett in der Mediathek verfügbar (die ersten drei Folgen schon seit Freitagabend).

„Babylon Berlin“ als Hörspiel

Und noch ein schönes ARD-Sonderangebot zum Staffelstart: In der Audiothek des Hörfunks gibt es eine feine und ganz eigene Hörspiel-Adaption des Kriminalromans „Der stumme Tod“ von Volker Kutscher, produziert in sechs Teilen von WDR, Radio Bremen und dem Deutschlandfunk. Hier sind in den Hauptrollen Ole Lagerpusch, Alice Dwyer und Uwe Ochsenknecht zu erleben.




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