Behördenzentrum in Esslingen IT-Störung behoben: Behörden akzeptieren wieder digitale Passbilder

Es gibt neue Service-Angebote im Esslinger Behördenzentrum – doch nicht alle haben wie geplant funktioniert. Foto: privat

Seit Anfang Mai sollen ausschließlich digitale Fotos für neue Reisepässe und Personalausweise genutzt werden. Nach einer IT-Störung ist das jetzt wieder möglich.

Wer ein Ausweisdokument, einen Reisepass oder einen Aufenthaltstitel beantragen will, soll es eigentlich seit Anfang Mai leichter haben. Denn wegen einer Gesetzesänderung dürfen dafür jetzt nur noch digital erstellte und übermittelte Passbilder genutzt werden. Aufgrund einer technischen Störung bei einem IT-Dienstleister war das in Esslingen aber vorerst nicht möglich. Auch auf den neuen Automaten für die Erstellung elektronischer Passbilder direkt vor Ort muss man im Esslinger Behördenzentrum noch warten.

 

Eigentlich sollten die Neuerungen vieles vereinfachen, doch zunächst einmal sorgten sie für Unmut. Es sei eine gewisse Verunsicherung bei den Kundinnen und Kunden zu spüren gewesen, sagt Brigitte Länge, die Leiterin des Esslinger Ordnungsamtes. Denn zunächst konnten elektronische Passbilder weder vor Ort erstellt noch von externen Fotostudios übermittelt werden. Daher mussten die Beschäftigten im Behördenzentrum viel Aufklärungsarbeit leisten und zahlreiche Fragen beantworten. Gerade vor der Urlaubszeit hätten viele Antragsteller Bedenken gehabt, dass ihre Ausweise oder Reisepässe nicht rechtzeitig fertig werden und sie ihre Reise nicht wie geplant antreten können.

In Esslingen werden vorerst noch Papierfotos akzeptiert

Allerdings gelte für die neue Pflicht zum elektronischen Passbild eine Übergangsfrist bis Ende Juli, teilt Länge mit. Solange dürften die Behörden auch biometrische Fotos auf Papier akzeptieren. Denn aufgrund von Lieferschwierigkeiten seien viele Bürgerämter und Ausländerbehörden in ganz Deutschland noch nicht umgerüstet. Hinzu kam eine technische Störung beim Rechenzentrum eines IT-Dienstleisters in Baden-Württemberg, sodass Digitalfotos bei der Beantragung von Ausweisen auch in Esslingen nicht verarbeitet werden konnten.

Seit Kurzem sind die IT-Probleme laut Esslinger Stadtverwaltung aber behoben und die Behörden könnten wieder elektronische Passbilder akzeptieren. Zudem könnten digitale Fotos von zertifizierten Fotografen oder Drogerien jetzt per QR-Code übertragen werden. Vor Ort können jedoch noch keine Passbilder erstellt werden. Denn die dafür notwendigen Geräte der Bundesdruckerei seien noch nicht geliefert worden, heißt es aus dem Rathaus.

Im Esslinger Bürgeramt werden jedes Jahr mehrere Tausend Ausweisdokumente und Aufenthaltstitel ausgestellt. In diesem Jahr waren es laut Brigitte Länge bis April bereits 3510 Personalausweise und 3053 Reisepässe. Im vergangenen Jahr seien inklusive vorläufiger Dokumente insgesamt rund 17 300 Personalausweise und Reisepässe ausgestellt worden. Hinzu kamen laut Sozialamtsleiter Marius Osswald knapp 4500 elektronische Aufenthaltstitel und Reiseausweise sowie rund 9500 vorläufige Dokumente, die im Jahr 2024 vom Bürgerservice Einwanderung ausgestellt worden seien.

Esslinger können sich Ausweise und Pässe zuschicken lassen

Eine andere Neuerung im Behördenzentrum hingegen kann bereits genutzt werden – ist aber bislang offenbar noch nicht sehr gefragt. So können sich Bürgerinnen und Bürger seit Anfang Mai ihren beantragten Personalausweis, Reisepass oder die eID-Karte per Post direkt nach Hause schicken lassen. Damit entfällt ein zweiter Termin bei der Behörde, um das Dokument abzuholen. Allerdings fällt für die Lieferung nach Hause eine zusätzliche Gebühr von 15 Euro an. Zudem dürfen Ausweisdokumente nur direkt an die Person übergeben werden, die auch den Antrag gestellt hat – und Ausweisdokumente für Kinder müssen auch weiterhin direkt im Behördenzentrum abgeholt werden.

Nach Angaben von Ordnungsamtsleiterin Brigitte Länge hat sich bislang eine Person für diesen Direktversand interessiert, aufgrund der zusätzlichen Gebühr aber wieder Abstand davon genommen. Laut Marius Osswald soll unter bestimmten Voraussetzungen auch bei der Beantragung eines elektronischen Aufenthaltstitels der Direktversand im Inland möglich sein.

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