Bei den Esslinger Frauen rollt der Ball wieder Von Aufstiegsträumen und Verletzungspech

Dem Pokal-Halbfinale so nah: Die SGM Wendlingen/Ötlingen (links Jenny Schmid ) verliert knapp gegen den VfB II. Foto: /Pressefoto Rudel/Jens Lommel

Mit vier Punkten Rückstand hat die SGM Wendlingen/Ötlingen den Aufstiegsplätze fest im Blick. Für die Frauen des TSV Deizisau heißt es hingegen den Verletzungssorgen zu trotzen. Abhilfe soll ein Neuzugang aus Karlsruhe schaffen.

Für die Fußballfrauen des TSV Deizisau rollt am Sonntag der Ball in der Regionenliga wieder. Und auch für die SGM Wendlingen/Ötlingen geht es nach der Lastminute-Niederlage im Pokal gegen den VfB Stuttgart II in der Landesliga wieder los.

 

SGM Wendlingen/Ötlingen: Es war die allerletzte Minute. Nach langer Führung durch den Treffer von SGM-Spielerin Hanna Schmidt entschied die letzte Aktion das Spiel. Die Verbandsliga-Frauen des VfB Stuttgart II schossen kurz vor dem Schlusspfiff den 2:1-Siegtreffer und zogen damit ins WFV-Pokal-Halbfinale ein. Dementsprechend hingen die Köpfe der Wendlingerinnen. Die Augen von SGM-Coach Carlo Liotti richteten sich indes schnell auf das erste Ligaspiel im neuen Jahr am Sonntag (13.30 Uhr) beim Tabellensiebten 1. FC Normannia Gmünd: „Die Niederlage war bitter, aber wir haben viel mitgenommen.“

Zurückhaltend optimistisch blickt Spielleiter Uwe Starz in die nähere Zukunft: „Was wir von den restlichen Spielen erwarten können, ist schwer zu sagen. Wir lassen uns da überraschen. Wenn wir den Sonntag positiv gestalten, dann ist noch was drin.“ Trainer Liotti stimmt ähnliche Töne an. „Der zweite Platz ist nicht so weit weg. Unser Ziel ist es, unter die ersten Zwei zu kommen. Platz eins ist relativ weit entfernt, aber der Relegationsplatz wäre eine tolle Sache“, sagt er und kündigt an: „Die Mädels sind motiviert, wir wollen einen offensiven Fußball spielen.“

Mit 30 Punkten grüßt der TV Jebenhausen einsam von der Spitze. Zwischen dem zweiten und fünften Tabellenplatz, der von den Wendlingerinen belegt wird, aber liegen lediglich vier Punkte. Und auch von hinten werden Platz sechs bis neun mit 17 Punkten im Rückspiegel der SGM immer größer. Nach „guter Vorbereitung“ schaut Liotti allerdings nur nach vorne. „Der Kader ist gleich geblieben und wir haben gute Testspiele gehabt“, sagt auch Starz. Mit vier Siegen aus fünf Partien gehen die Wendlingerinnen selbstbewusst in die Rest-Runde. Mit einem 11:0 gegen den VfL Ulm/Neu-Ulm feierte das Team zudem ein Schützinnenfest.

Derweil laufen auch schon die Planungen für die kommende Saison. „Wir werden uns demnächst zusammensetzen. Der Verein ist mit mir zufrieden, ich bin zufrieden. Es macht Spaß“, antwortet Liotti auf die Frage, ob er in eine zweite Saison in Wendlingen geht – es sieht diesbezüglich also nicht schlecht aus.

TSV Deizisau: Anders hingegen ist die Stimmung in Deizisau. „Durchwachsen“, lautet das Urteil von TSV-Coach Christian Händgen: „Die Trainingsbeteilung im Winter war niedrig. Klar, auch bedingt durch Fasching und Krankheiten.“ In Marisa Scheel können die Deizisauerinnen allerdings einen Neuzugang begrüßen. Scheel soll den Tabellensiebten auf Anhieb unterstützen. Verstärkung hat der TSV auch nötig. Neben der Langzeitverletzten Laura Gleißner kam in Julia König mit einer Knöchelverletzung eine weitere Verletzte ins Lazarett. Entmutigen lässt sich Händgen dadurch nicht: „Wir schauen mal, was noch drin ist. Wir sind mit 17 Punkten auf Platz sieben. Wir peilen das Mittelfeld an. Platz vier bis sechs sind erreichbar. Der Kader gibt was her.“

Anders als in der Landesliga sehen die Verhältnisse um die Aufstiegsplätze in der Regionenliga 2 klarer aus. Mit 33 Punkten und zehn Punkten Abstand auf den Dritten steht der TSV Nellmersbach auf Platz eins der Tabelle, gefolgt vom FC Biegelkicker Erdmannhausen mit 29 Zählern. Und gerade gegen diesen Tabellenzweiten geht es am Sonntag (13 Uhr) für die Deizisauerinnen. Mit 13 Gegentoren stellt Erdmannhausen die zweitbeste Defensive und schoss mit 44 Toren die zweitmeisten Tore der Liga. Es wird ein „schwieriges Spiel“, wie Händgen findet. Im SB Asperg und im VfB Obertürkheim stehen in den kommenden Wochen zwei weitere Gegner aus den Top Fünf auf dem Spielplan.

Klarheit herrscht jedoch schon auf der Trainerbank für die kommende Saison: Händgen wird sein Engagement in Deizisau fortsetzen. Co-Trainer Markus Wurm hingegen hört zum Ende der Runde auf – zumindest beim TSV. „Markus sucht sich eine neue Herausforderung“, erklärt Coach Händgen.

Weitere Themen