Bei Polizeikontrolle in Stuttgart Aus Wut das eigene Auto demoliert

Mit einer roten Ampel hat für einen Autofahrer das ganze Verhängnis begonnen. Foto: Patricia Siegerist
Mit einer roten Ampel hat für einen Autofahrer das ganze Verhängnis begonnen. Foto: Patricia Siegerist

Ein Autofahrer wird von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Es wird ein Bußgeld geben, und sein Auto soll beschlagnahmt werden. Da rastet der Mann aus – und greift zu einer leeren Getränkeflasche.

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Stuttgart - Ein Mann sieht rot. Nachdem er Rot nicht beachtet hat. Auf diese Kurzformel lässt sich eine ungewöhnliche Polizeikontrolle auf dem Pragsattel in Bad Cannstatt bringen. Der tobende Autofahrer ist trauriger Höhepunkt einer Kontroll­aktion der Verkehrspolizei am Donnerstag, die sich wieder einmal auf die Lauer gelegt hatte, um Rotlichtsünder aufzuspüren.

Als ein 38-jähriger Mercedes-Fahrer am Donnerstag um 10.28 Uhr bei Rot über die Pragkreuzung Richtung Feuerbach fährt, kommt es knüppeldick. Polizisten winken ihn raus und schreiten in der Hahnemann­straße beim Polizeipräsidium zur eingehenden Kontrolle. Es bleibt nicht bei seinem Rotlichtverstoß, der bereits einen Punkt in Flensburg und 90 Euro Bußgeld wert ist.

Und dann geht der Sünder an den Kofferraum

Die Polizisten stellen außerdem fest, dass der 38-Jährige auf seiner Fahrt nicht angegurtet war. Nicht etwa aus Vergesslichkeit – sondern offenbar mit voller Absicht. Im Gurtschloss steckt ein Ersatzteil, um die Überwachungsautomatik auszutricksen und die störenden Warnsignale im Fahrzeug während der Fahrt abzuschalten. Dafür werden 30 Euro Verwarnungsgeld fällig.

Die Beamten der Verkehrsüberwachung entdecken an der E-Klasse technische Veränderungen, die so nicht erlaubt sind. „Damit war die Betriebserlaubnis erloschen“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann, „deshalb durfte er auch nicht mehr weiterfahren.“ Vielmehr bestellen die Beamten einen Abschlepper, um den Wagen zu einem Gutachter transportieren zu lassen. Das ist der Zeitpunkt, an dem der Heilbronner Autofahrer rotsieht. „Er hat herumgeschrien, wie ungerecht das alles sei, und ging dann zu dem geöffneten Kofferraum“, sagt Polizeisprecher Widmann. Dort holt der Autofahrer eine leere Flasche aus einer Getränkekiste – und lässt seiner Wut freien Lauf. Immerhin geht er nicht auf die Polizisten los, sondern entlädt seine Emotionen an den Rücklichtern seines Mercedes.

Zehn Rotlichtverstöße in kurzer Zeit

Das wird noch mal teurer: Es drohen nicht nur die Gutachterkosten und der Rückbau der technischen Veränderungen – auch die Reparatur der Heckleuchten wird ein paar Hundert Euro kosten.

Ein schwacher Trost: An diesem Vormittag erwischt die Polizei noch andere Rotlichtsünder. Binnen 35 Minuten werden zehn Verstöße registriert. Ein steigender Trend: Bei früheren Aktionen an dieser Stelle waren es in zwei Stunden 16 Sünder.




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