Beigeordneter Bürgermeisterwahl wird zur Formsache

Das Technische Rathaus braucht bald einen neuen Hausherrn. Foto: Sanja Döttling
Das Technische Rathaus braucht bald einen neuen Hausherrn. Foto: Sanja Döttling

Am Montag wählt der Filderstädter Gemeinderat einen neuen Chef für das Plattenhardter Rathaus. Am Sieg von Reinhard Molt bestehen keine Zweifel.

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Filderstadt - Am Montag ist es soweit. In der Gemeinderatssitzung, die um 18 Uhr im Bürgerzentrum Bernhausen beginnt, wird der neue Technische Bürgermeister von Filderstadt gewählt.

Von einer Wahl kann man jedoch eigentlich nicht mehr sprechen. Denn es hat bereits eine Vorauswahl gegeben. Die deutliche Mehrheit des Gemeinderates steht offenbar hinter Reinhard Molt. Nach den bürgerlichen Fraktionen und Einzelstadtrat Erhard Alber (CDU) hat sich nun auch die SPD auf den 47-jährigen Technischen Beigeordneten von Remshalden festgelegt (wir berichteten gestern).

Chance der andern stark reduziert

Jetzt kann Molt theoretisch auf mindestens 26 Stimmen des 33 Köpfe starken Gremiums setzen. Damit hat sich die Chance für die in die Endrunde gelangten beiden Gegenkandidaten stark reduziert. Ursprünglich konnte sich insbesondere der Stadtbaumeister von Laupheim, Oliver Schmid-Selig, der von SPD und Grünen/FFL für die Wahl vorgeschlagen worden war, noch Hoffnungen auf einen Sieg machen. Dann nämlich, wenn er neben den beiden genannten Fraktionen (14 Stimmen) Abweichler aus dem bürgerlichen Lager für sich gewinnen hätte können.

Nachdem diese Chance nun vereitelt scheint, wird sich Schmid-Selig nicht mehr zur Wahl stellen. „Das ist eine aussichtslose Sache“, sagt er. Die SPD habe offenbar Bedenken, dass der Gemeinderat gespalten würde, wenn sie nicht mit der bürgerlichen Mehrheit stimmt. „Ich kann das nachvollziehen“, sagt der 47-Jährige. In Mengen, wo er früher gearbeitet habe, sei etwas Ähnliches passiert. Es sei nun wichtig, dass man in Filderstadt zusammenstehe – auch vor dem Hintergrund, dass Stuttgart 21 noch zu verbessern sei.

Für Kandidat kein Beinbruch

Er werde Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker persönlich seine Absage überbringen, entweder beim Neujahrsempfang am Sonntag oder aber vor der Gemeinderatssitzung. „Die Sache ist kein Beinbruch.“ Schließlich sei er in Laupheim nicht der Unbeliebte. Als dort publiziert worden sei, dass er mit Filderstadt flirte, habe er viele E-Mails bekommen. „Einer schrieb: Sie dürfen ruhig flirten, aber auf keinen Fall heiraten“, erzählt der Stadtbaumeister.

Die SPD, die Schmid-Selig mit ins Rennen geschickt hatte, legt Wert darauf, dass sie dem Kandidaten nie zugesagt habe, dass sie ihn wähle. „Wir wollten ihm die Chance geben, sich zur Wahl stellen zu können, sagte schon damals SPD-Fraktionschef Walter Bauer. Man sei daran interessiert gewesen, dass sich mehre Leute vorstellen, fügt er jetzt hinzu.

Grüne/FFL noch unentschlossen

Während sich die Sozialdemokraten bereits zu Molt bekannt haben, lassen Grüne/FFL noch offen, wem sie ihre Stimmen geben werden. Denn: Noch ist unklar, ob der dritte Bewerber um die Nachfolge von Dieter Lentz im Rennen bleibt. Fraktionschef Matthias Gastel weist darauf hin, dass sich die Grünen und die Frauenliste die Wahl nicht leicht gemacht hätten: „Wir sind die einzige Fraktion, die sich geschlossen alle Kandidaten angehört hat.“

Kandidat Reinhard Wölpert hat sich noch nicht entschieden, ob er weiterhin am Montag antritt. Der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamts Leipzig war von OB Dönig-Poppensieker vorgeschlagen worden. „Vor einer Entscheidung will ich nochmals mit ihr reden“, sagt er. „Ich frage mich allerdings schon, ob es nicht albern ist, in dieser Situation anzutreten“, sagt der 58-Jährige. Da er am Wochenende sowieso nach Stuttgart komme und auch am Montag dort bleibe, könne er immer noch kurzfristig überlegen, ob er am Montagabend zur Vorstellungsrunde in den Filderstädter Gemeinderat komme.




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