Beil-Mord in Ravensburg Kein Prozessbeginn in Sicht

Von red/dpa/lsw 

Zwei Wochen ist es her, dass ein Familienvater in Ravensburg seine Frau und seine beiden Stieftöchter mit einem Beil ermordet haben soll. Noch immer suchen die Ermittler nach Hintergründen - einen Prozesstermin gibt es bislang nicht.

Vor zwei Wochen soll ein Ravensburger seine Frau und seine beiden Stieftöchter mit einem Beil umgebracht haben. Noch immer aber ist kein Prozesstermin in Sicht. Foto: dpa
Vor zwei Wochen soll ein Ravensburger seine Frau und seine beiden Stieftöchter mit einem Beil umgebracht haben. Noch immer aber ist kein Prozesstermin in Sicht. Foto: dpa

Ravensburg - Die Ravensburger Familientragödie mit drei Toten erschütterte Anfang Juli das ganze Land - wann der Fall vor Gericht kommt, ist aber noch unklar. Der Termin hänge vom Zeitpunkt der Anklageerhebung ab, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ravensburg, Karl-Josef Diehl. Die Ermittlungen würden mit Nachdruck betrieben, um das Verfahren bei der Behörde schnell zum Abschluss zu bringen. Die kriminaltechnischen Untersuchungen und Zeugenvernehmungen dauerten aber noch an. „Eine konkrete Voraussage kann ich hier nicht geben.“

Der 53-jährige Familienvater steht im Verdacht, in dem Ravensburger Ortsteil Untereschach seine Frau und seine beiden 14 und 18 Jahre alten Stieftöchter mit einem Beil und einem Messer umgebracht zu haben. Die fünf Jahre alte gemeinsame Tochter des Paares überlebte. Das Mädchen sei momentan in einer Pflegefamilie untergebracht, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Dort bleibe das Kind so lange, bis alle offenen Fragen geklärt seien.

Suizidgefahr beim Tatverdächtigen

„Das Jugendamt ist vom Familiengericht zum Vormund bestimmt worden und entscheidet dann in Abstimmung mit der Pflegefamilie, einer Traumatherapeutin und Kinderpschologen wie es weitergeht und was das Beste für das Kind ist.“ Der 53-Jährige sei weiterhin in Untersuchungshaft, sagte Staatsanwalt Diehl. Wegen Suizidgefahr müssten entsprechende Vorkehrungen getroffen werden - dies sei Aufgabe der Justizvollzugsanstalt.

Ihm wird Mord in drei Fällen vorgeworfen. „Wobei wir nach derzeitigem Stand von den Mordmerkmalen der niedrigen Bewegründe und der Heimtücke ausgehen“, sagte Diehl. Den Ermittlern zufolge hat der 53-Jährige die Taten geplant - womöglich, weil er eine Trennung von seiner Frau befürchtete. Die Beziehung der beiden sei seit längerem schwierig gewesen, so die Polizei. Der Mann sei „massiv verzweifelt“ gewesen. Er habe die Ehe weiterführen wollen, dann aber herausgefunden, dass seine Frau bereits einen neuen Freund habe.

Vater wollte sich selbst töten

In der Nacht zum 1. Juli kam es dann zu den grausigen Bluttaten in Untereschach. Der Mann habe bewusst gewartet, bis die Familie im Bett waren, so die Polizei. Er habe eines der Kinder im Schlaf erschlagen und anschließend die Mutter angegriffen und getötet. Die Frau habe noch versucht, zu fliehen, sei aber von dem mutmaßlichen Täter überwältigt worden. Das dritte Opfer sei das 14-jährige Mädchen gewesen, das vermutlich kurz zuvor noch einen Notruf bei der Polizei abgesetzt habe.

Der Vater habe auch geplant, die Fünfjährige und sich selbst zu töten. Dies sei aber durch das rasche Eintreffen der Ermittler nach dem Notruf verhindert worden, berichtete die Polizei.

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