Beim Gewerbegebiet Holzgerlingen Buch Bauarbeiten am Bahnübergang verschoben

Die Bauarbeiten am Bahnübergang zum Holzgerlinger Gewerbegebiet Sol werden auf nächstes Jahr verschoben. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tübinger Wegs soll auf der Grünfläche eine Schlaufe für Linksabbieger entstehen, die in den Tübinger Weg einbiegen wollen. Foto: Stefanie Schlecht
Die Bauarbeiten am Bahnübergang zum Holzgerlinger Gewerbegebiet Sol werden auf nächstes Jahr verschoben. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tübinger Wegs soll auf der Grünfläche eine Schlaufe für Linksabbieger entstehen, die in den Tübinger Weg einbiegen wollen. Foto: Stefanie Schlecht

Zauneidechsen und ein noch nicht ausreichend getesteter Sensor verhindern die Bauarbeiten am Bahnübergang beim Holzgerlinger Gewerbegebiet Buch, die eigentlich in den Sommerferien über die Bühne hätten gehen sollen. Nun wird alles aufs nächste Jahr verschoben.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Holzgerlingen - Der in den Sommerferien vorgesehene Umbau des Bahnübergangs in Holzgerlingen beim Gewerbegebiet Buch an der Tübinger Straße wird verschoben. Dies schreibt das Landratsamt Böblingen in einer Pressemitteilung.

In den Sommerferien hätte an der Stelle neben der Sanierung des Bahnübergangs eine Verschleifung gebaut werden sollen. Dort sollen zukünftig Fahrzeuge, die aus dem Gewerbegebiet kommend links in den Tübinger Weg einbiegen, zunächst rechts abbiegen und eine Schlaufe fahren. So könnten sie dann die Tübinger Straße queren und geradeaus in den Tübinger Weg zum Schlosshof von Martin Schmid einfahren. Auf diese Weise sollte vermieden werden, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge auf die Gleise ragen und den Zugverkehr stören.

Auch das Landratsamt wollte die Chance nutzen und den Rechtabbiegerstreifen auf der B464 in die Tübinger Straße hinein ausbauen (wir berichteten). Alle diese Maßnahmen werden nun allerdings erst im nächsten Jahr in den Sommerferien angegangen.

Ein Sensor soll die Gleise nach Fahrzeugen scannen

Zwei Gründe sind ausschlaggebend für den Aufschub. Zum einen kann die Testphase für die Gefahrraum-Freimeldeanlage (GFR) für die Bahngleise nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, erklärt Walter Gerstner, Geschäftsführer des Zweckverbands Schönbuchbahn. Der Sensor wird benötigt, um den Bahnübergang auf Fahrzeuge zu scannen, die auf den Gleisen stehen. Zwar wird durch die Verschleifung verhindert, dass Linksabbieger auf den Tübinger Weg auf den Gleisen stehen bleiben, doch muss die Bahn auch damit rechnen, dass die Fahrzeuge, die auf die B464 abbiegen wollen, sich zurückstauen und eventuell die Gleise blockieren. In diesem Fall verhindert dann der Sensor, dass die Schranken schließen und der anfahrende Zug bekommt ein Warnsignal. Der Prozess zur Zulassung der GFR ist jedoch nicht so zügig vorangeschritten, wie man dies beim Zweckverband Schönbuchbahn erwartet hatte, heißt es nun in der Pressemitteilung.

Einige Zauneidechsen sind bei der Nachkontrolle aufgetaucht

Der zweite Grund, der maßgeblich zum Aufschub beiträgt, liegt im artenschutzrechtlichen Bereich. Laut Landratsamt wurden unerwartet viele Zauneidechsen gefunden, die nicht alle rechtzeitig vor der Eiablage aus dem Baustellengebiet abgesammelt werden konnten. Dies führt das Landratsamt auf das Regenwetter der letzten Monate zurück, das wohl auch die Zauneidechsen dazu gebracht hat, sich zu verkriechen. Bei einer Nachkontrolle seien deshalb nun och einige Zauneidechsen aufgetaucht, erklärt Walter Gerstner. Zu diesem Zeitpunkt konnte jedoch nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die Eidechsen bereits ihre Eier gelegt hatten. Die Bauarbeiten müssen also warten.




Unsere Empfehlung für Sie