Beinamputierter Mann Auf die Hilfe Anderer angewiesen

Der Mann ist Foto: Häusser
Der Mann ist Foto: Häusser

Ein 59-jähriger Mann aus Sielmingen, der im Rollstuhl sitzt, braucht die Hilfe seiner Frau. Deshalb kam er kürzlich in große Not als sie ins Krankenhaus musste. Es wäre ihm auf Dauer geholfen, wenn sich Leute finden, die ab und zu nach ihm schauen.

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Sielmingen - Das Alter bringt den körperlichen Zerfall mit sich – beim einen gebremst, beim anderen viel zu schnell. Karl Maier (Name von der Redaktion geändert) gehört zu der zweiten Gruppe. Schon mit 52 Jahren wurden ihm die Zehen eines Fußes abgenommen. „Die wurden richtig schwarz“, erzählt der Mann, der unter Diabetes leidet. Heute ist er 59 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Das eine Bein ist am Oberschenkel amputiert, das andere unter dem Knie. Das Ganze ist schrittweise geschehen. Das linke Bein wurde bei vier Operationen nach und nach verkürzt.

Maier ist auf die Hilfe Anderer angewiesen. Seither hat ihn seine Frau gepflegt. Bis vor einigen Wochen. Dann ist es passiert. Auf dem Weg zum Arzt hatte sie Lähmungserscheinungen. Ein Verdacht auf einen Schlaganfall bestätigte sich glücklicherweise nicht. Trotzdem fiel sie für einige Tage aus, weil sie ins Krankenhaus musste. Der Hausarzt habe sich nicht um ihn gekümmert, sagt Maier, obwohl dieser gewusst habe, dass er hilflos allein zuhause sei.

Arzt hilft nicht weiter

Der Arzt will zu diesem konkreten Fall nichts sagen. Er habe eine ärztliche Schweigepflicht, erklärt er auf unsere Anfrage. In solchen Fällen mache er normalerweise jedoch einen Hausbesuch, fügt er hinzu. Den hat er dieses Mal jedoch unterlassen. Nachdem sich die Zeitung eingeschaltet hatte, wollte der Mediziner das Ehepaar Maier übrigens nicht mehr behandeln. Die Maiers mussten sich einen neuen Hausarzt suchen.

In der Notsituation von Karl Maier war der ambulante Pflegedienst gefragt, der zu dieser Zeit jeden Morgen zu ihm kam. Er bot ihm einen Kurzzeitpflegeplatz an. Doch Maier, der auch Dialyse-Patient ist, lehnte ab. Anscheinend kommt es vor, dass er unmittelbar vor oder nach der Dialyse nicht ganz fit ist. Deshalb war wieder einmal sein Freund aus Horb gefragt. Er und seine Lebensgefährtin helfen den Maiers, wenn es hart auf hart kommt. Der Mann aus Horb verschaffte Maier einen viertägigen Aufenthalt im Krankenhaus. Denn zuhause konnte der beinamputierte Mann nicht bleiben. „Die Tür zur Küche ist für meinen Rollstuhl zu schmal“, sagt der 59-Jährige. Das Krankenhaus schickte ihn jedoch bald wieder heim.

Schlaganfall erlitten

Inzwischen war seine Frau wieder soweit hergestellt, dass beide in die Wohnung zurück konnten. Doch der nächste Schicksalsschlag ließ nicht lange auf sich warten. Er erlitt einige Tage später einen Schlaganfall – den vierten in seinem Leben. Nun befindet er sich in einer Rehaklinik.

Sein Freund aus Horb weiß, dass Maier bis ins neue Jahr versorgt ist. Doch was kommt danach? „Es ist schwierig aus der Ferne Hilfe zu organisieren, die er braucht wenn seine Frau ausfällt“, sagt der Mann, der von Beruf Lkw-Fahrer ist. „Die meisten Telefonate muss ich während der Fahrt erledigen – was nicht immer einfach ist.“

Deshalb wäre ihm und seinem Freund viel geholfen, wenn sich vor Ort jemand fände, der ab und zu nach Karl Maier guckt, oder zumindest den Kontakt zu ihm und seiner Frau hält, um im Notfall eingreifen und helfen zu können. „Es wäre schön, wenn mich jemand bei dem anstehenden Papierkram unterstützen könnte“, sagt sie, „oder wenn jemand da wäre, wenn ich mal für ein paar Stunden weg muss.“ Bei der Stadt gibt es für solche Fälle zwar einen Besuchsdienst von ehrenamtlichen Kräften. Der scheint jedoch ziemlich ausgelastet zu sein und könnte deshalb zusätzliches Engagement gut vertragen.




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