Belebung für Böblinger Kulturzentrum Dritte Schlossbergmatinee kommt bestens an

Etwa 100 Gäste genossen am Sonntag die Musik von Jo Ambros vor der Stadtkirche. Foto:  

Die dritte Schlossbergmatinee hat am vergangenen Sonntag rund 100 Zuschauer angelockt. Nach Gottesdienst und Open-Air-Konzert mit dem Jo-Ambros-Quartett zog es zahlreiche Besucher zur Ausstellungseröffnung ins Alte Amtsgericht.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Böblingen - Mit einem goldenen Herbsttag wurden die Veranstalter der dritten Schlossbergmatinee am Sonntag für ihre Engagement belohnt. Die Oktobersonne vertrieb den Frost, und die Musik verscheuchte Sorgen und Nöte aus den Köpfen der rund 100 Gäste, die sich unter freiem Himmel vor der Stadtkirche versammelt hatten, um Jo Ambros und seinen Musikerkollegen zuzuhören.

 

Die Belebung von Böblingens kulturellem Zentrum ist geglückt. Bei der mittlerweile dritten Auflage dieses Veranstaltungsformats ist das erklärte Ziel offenbar voll und ganz aufgegangen. Bereits am 27. Juni und am 4. Juli hatte der Verein „Die Kultourmacher vom Alten Amtsgericht“ zusammen mit der Böblinger Musik- und Kunstschule unter dem Namen „Schlossbergmatinee“ ein Open-Air-Programm auf der Grünfläche vor der Stadtkirche präsentiert.

Eigens für die Matinee geformtes Quartett

Bei dieser dritten Matinee stand der in Böblingen aufgewachsene Jazzmusiker und Komponist Jo Ambros im Fokus. Eigens für dieses Format hatte er ein musikalisches Programm zusammengestellt, das Ambros mit dem „Bogen des Lebens“ überschrieben hatte. Themen wie Geburt, Liebe und Tod hat er darin verarbeitet und dabei Lieder aus unterschiedlichsten Kulturkreisen zusammengeführt. Eigens für die Gastspiele im Gottesdienst und anschließend vor der Kirche hat der Gitarrist den Flötisten und Klarinettisten Carsten Netz, den Posaunisten Uli Röser und den Percussionisten Daniel Kartmann zu einem Quartett zusammengeführt und dem Publikum damit spannende Klangwelten eröffnet.

„Bei der Erarbeitung des neuen Programms habe ich mich gefragt, wo ich eigentlich herkomme“, erzählt Ambros, wie er darauf gekommen ist, schwäbisches Volksliedgut wie etwa „Wart no Bärbele“ oder „Jetzt gang i ans Brünnele trink aber net“ mit mexikanischen Rhythmen, New Orleans Jazz und orientalischen Klängen zu kombinieren. „Musik hat etwas Verbindendes“, ist der Musiker überzeugt, dass sich mit dieser universalen Sprache auch die größten Differenzen überwinden lassen.

Ursprünglicher Gedanke war Dankeschön der Musikschule

Ursprünglicher Gedanke der Matineen mit Theater, Tanz und Musik war ein Dankeschön der Musikschule an die Kulturvereine im Alten Amtsgericht, die während der strikten Pandemieeinschränkungen ihre Räume für die Schülerinnen und Schüler der Musikschule zur Verfügung gestellt haben. Zum Teil finden auch jetzt noch Proben dort statt – und zeigen damit den Bedarf der Musik- und Kunstschule, sich neu aufzustellen.

Am vergangenen Sonntag war die Musikschule jedoch nicht beteiligt. Stattdessen waren neben den „Kultourmachern“ die evangelischer Kirchengemeinde und der Kunstverein im Boot. „Dieses Zusammenspiel hat wunderbar funktioniert“, sagt Erika Winograd. Die Böblingerin ist Vorstandsmitglied bei den „Kultourmachern“ und als Hausbeauftragte im Alten Amtsgericht zugleich eine Art Bindeglied zwischen den dort ansässigen Kulturvereinen.

Weichenstellung für die Zukunft

Den Schlossberg als kulturelles Zentrum zu beleben beziehungsweise wiederzubeleben, liegt Winograd am Herzen. Besonders jetzt, das die Pandemie den Betrieb im Alten Amtsgericht lange Zeit lahmgelegt hatte. Der Kunstverein konnte seine Ausstellungen im Jahr des 60. Jubiläums zunächst nur virtuell anbieten, und auch die „Kultourmacher“ mussten ihren Saisonauftakt notgedrungen mehrfach verschieben.

Mit dieser dritten Schlossbergmatinee wollten alle Beteiligten daher ein Zeichen setzen und zugleich eine Weichenstellung für die Zukunft vornehmen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir dieses Veranstaltungsformat fest übernehmen und auch im nächsten Jahr wieder anbieten“, ist Erika Winograd jedenfalls überzeugt, dass auch im nächsten Jahr Musik, Tanz, Theater und Kunst den Schlossberg beleben werden.

Info

Kabarett
 Auch wenn in diesem Jahr keine Matinees mehr geplant sind, steht auf dem Schlossberg noch viel Programm an. Bei den „Kultourmachern vom Alten Amtsgericht“ ist an diesem Mittwoch Jacqueline Feldmann zu Gast, am 27. Oktober Thilo Seibel, am 10. November Michael Sens und am 24. November Bene Reinisch. Mehr Infos unter www.diekultourmacher.de im Netz.

Ausstellungen
 Nach der aktuellen Schau des Kunstvereins stellen noch Edith Foghel (30. Oktober bis 14. November) sowie Rainer Ortag und Rainer Simon(21. November bis 5. Dezember) im Alten Amtsgericht aus. Mehr Infos unter www.kunstvereinbb.de

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Böblingen Kunstverein