Nach seiner Neueröffnung wurde der Ludwigsburger Arsenalplatz viel gescholten. Die Stadt zieht nach zwei Monaten dennoch ein positives Fazit – und erweitert sogar den Gastro-Bereich.
Motiviert waren sie von Anfang an. Schon, dass sie den Zuschlag als Pächter des Gastro-Pavillons auf dem Arsenalplatz in Ludwigsburg bekamen, hatten Dinko Brkic und Mauri Will wesentlich ihrer Begeisterung für das Projekt zu verdanken, die sie glaubhaft nach außen transportierten. Es scheint sich bezahlt zu machen: Im Rahmen eines Pressegesprächs am Freitag gab die Stadt bekannt, die Zahl der Sitzplätze im Gastro-Bereich auf 80 zu verdoppeln.
„Ab heute haben wir hier den großen Prinz“, scherzt Ulrike Schmidtgen, Leiterin des städtischen Fachbereichs für Tiefbau und Grünflächen, in Anspielung auf den Pavillon-Namen „Cafe Kleiner Prinz“. Dinko Brkic lacht, lehnt aber ab: „Nee, ich find den Kleinen süß.“ Die Stimmung bei den Gastronomen ist prächtig, denn das Geschäft läuft: „Wir kriegen so viel positives Feedback. Viele Leute sagen: Genau so etwas hat hier gefehlt“, sagt Brkic.
Stadtverwaltung musste viel Kritik einstecken
Zumindest dieser Teil des Plans der Stadt für den Arsenalplatz scheint also aufgegangen zu sein: Einen öffentlichen Ort mit einer fest installierten Gastronomie zu schaffen. Die Verwaltung musste viel Kritik einstecken für ihr Projekt, dem zahlreiche Parkplätze wichen: zu trist, zu wenig grün, eine Einladung für Kriminalität – so hieß es zumindest in den sozialen Netzwerken.
Dem will die Stadt entgegenwirken, zeigt sich aber in einem Punkt auch selbstkritisch: „Aus meiner Sicht haben wir da vor allem ein Kommunikationsproblem“, sagt Bürgermeister Sebastian Mannl. „Der Arsenalplatz war von Anfang an nicht als Park, sondern als Veranstaltungsort gedacht.“ Das funktioniere immer besser. Das Sommerfest der Linken wertet Mannl als Erfolg, Brkic und Will verweisen zudem darauf, dass Veranstaltungen mit Musik sehr gut ankämen.
Auch die Sorge vor Krawallen habe sich als unbegründet erwiesen. „Wir haben uns aufs Schlimmste vorbereitet, aber es war bisher alles entspannt“, sagt Brkic. Die hohe Präsenz von Polizei und Ordnungsamt sei dafür wichtig gewesen, sie soll laut Mannl bleiben, werde aber langsam zurückgefahren.
In Zukunft sollen die Besucher noch stärker in die Mitte des Platzes geleitet werden. Deshalb wird der Sitzplatzbereich, der sich nah an der Wilhelmstraße befindet, entlang des Pavillons erweitert. Stühle und Tische stehen bereit, nur die Ankunft der zusätzlichen Sonnenschirme verzögert sich etwas. „Abends können wir jetzt schon mehr Gäste empfangen, solange die Sonne auf den Platz scheint, ist das noch schwierig“, sagt Mauri Will.
„Bei mehr als 30 Grad wird es knallig“
Denn, so ehrlich sind alle, an ganz heißen Tagen wird der Arsenalplatz tagsüber abgesehen von den Wasserfontänen wenig genutzt. „Bei mehr als 30 Grad wird es hier schon knallig“, sagt Brkic – es gibt zu wenig Schatten, trotz der 41 Bäume. Das, sagt Sebastian Mannl, sei allen bewusst: „Die müssen einfach noch ein bisschen wachsen. Geben Sie denen mal zwei, drei Jahre Zeit.“
Der Arsenalplatz
Cafe
Das Cafe Kleiner Prinz hat sonntags bis donnerstags von 11 bis 22 Uhr geöffnet, am Freitag und Samstag bis 23 Uhr.
Veranstaltungen
Neben den Events des Cafes, etwa dem After Work (nächster Termin am 21. August ab 17 Uhr) stehen unter anderem ein Bouleturnier (20. September) oder die Street Food Fiesta am Wochenende darauf an. In der Adventszeit soll es einen zusätzlichen Weihnachtsmarkt geben. Alle Veranstaltungen auf dem Arsenalplatz gibt es hier in der Übersicht.