Benefizabend im Stuttgarter Römerkastell Woran man Charakter erkennt

Von Uwe Bogen 

Im Römerkastell ist ein ganz besonderes „Facebook“ unter den Hammer gekommen: Zu einem Benefizabend trafen sich Stuttgarter Charakterköpfe im magischen Theater von Thorsten Strotmann.

Fotokünstler Wilhelm Betz, Maria von Sachsen-Altenburg vom Kinderglückwerk und Magier Thorsten Strotmann (von links) beim Benefizabend. Foto: Klaus Schnaidt 14 Bilder
Fotokünstler Wilhelm Betz, Maria von Sachsen-Altenburg vom Kinderglückwerk und Magier Thorsten Strotmann (von links) beim Benefizabend. Foto: Klaus Schnaidt

Stuttgart - Philipp Freiherr von Hutten ist ein herausragender Kopf der Stadt. Der Chef des renommierten Auktionshauses Nagel misst 2,04 Meter. Im Zaubertheater von Thorsten Strotmann blickte er auf Stuttgarter Charakterköpfe, die verschieden sind, die aber eines verbindet: eine besondere Liebe zur Heimatstadt.

Beim Benefizabend für den Verein Kinderglückswerk, der Wünsche für kranke oder sozial benachteiligte Kinder erfüllt, führte Freiherr von Hutten auf der Bühne des Magiers im Römerkastell vor, was er besonders gut kann. Er versteigerte ein einziges Buch so meisterhaft, dass es 2500 Euro für den guten Zweck brachte.

Wenn aus Charakterköpfen Freunde werde

Das Buch ist ein besonderes „Facebook“: Enthalten sind Schwarz-Weiß-Gesichter der Fotokunstserie „Stuttgarter Charakterköpfe“ von Wilhelm Betz. Die Porträtierten waren reichlich vertreten, um eine einstündige Show von Thorsten Strotmann mit anschließender Versteigerung des Nagel-Chefs zu erleben.

Aus den Charakterköpfen aus allen drei Bänden sind Freunde geworden. Viele hatten sich davor nur aus der Zeitung gekannt. Mittlerweile treffen sie sich regelmäßig, netzwerken, stoßen neue Projekte an – fast ist’s, als sei ein Club entstanden, der was bewegen will. Die Liebe zur eigenen Stadt mag schwierig sein, sie droht mitunter in Schadstoffen, in Baustellen und im Streit um S 21 zu ersticken – und doch wollen alle mithelfen, dass die Stadt ihren Charakter behält und dass innovative Ideen Stuttgart nach vorne bringen.

Der Bassist Benni Jud ist zurück aus den USA

Den dritten Band „Junge Wilde“ haben alle 58 Porträtierten, darunter Comedian Özcan Cosar, Weltmeister Frank Stäbler, Fanta-Mann Andy Ypsilon, Kunststar Tim Bengel, signiert. Ein Exemplar davon sicherte sich der Notar Gerhard Bahmann, indem er nach einem Bieterduell mit 2500 Euro vorne lag. Maria von Sachsen-Altenburg vom Kinderglückswerk war wohl im Glück, weil über den Kartenverkauf noch zusätzlich 2500 Euro zusammenkamen.

Unter den Gästen war Sängerin Jenny Marsala, die mit ihrem Freund kam, dem Bassisten Benni Jud, der nach dreimonatigen Musikaufenthalt in den USA zurückgekehrt ist. Außerdem dabei: die Winzer Moritz Haidle und Christoph Kern, Verlegerin Jolanta Gatzanis, die Musikerin Babs Steinbock, Auktionator Ferdinand Eppli, Äffle-Autor Heiko Volz, Tamara Röske, Model mit Downsyndrom, Designerin Eglantina Frroku-Bossert, die Unternehmer Marc Wenger, Stephan Hewel und Steffen Eifert. An diesem Abend spürte man: Wer nicht nur egoistisch an sich selbst denkt, sondern anderen hilft, der zeigt Charakter.

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