Benefizaktion zum Welt-MS-Tag Esslinger Band bringt Leichtigkeit trotz schwerer Krankheit

Auf der letzten Station ihrer Benefiz-Straßenmusiktour gab’s vor dem Palmschen Bau in Esslingen viel Beifall für Ela und die Herzensbrecher. Foto: Robin Rudel

Die Esslinger Band Ela und die Herzensbrecher war vier Tage lang auf einer Straßenmusiktour, um die Aktion Multiple Sklerose Erkrankter zu unterstützen.

Reporter: Alexander Maier (adi)

Als sie 2004 die Diagnose „Multiple Sklerose“ (MS) erhielt, war das für Ela Kirchner ein Schock. Der Esslingerin war wohl bewusst, dass sich ihr Leben verändern würde. Lange Zeit hat sie ihre Erkrankung für sich behalten. Erst als ihre Gehbehinderung als Folge von MS nicht länger zu übersehen war, hat sie die Ursache öffentlich gemacht. Seither zeigt sie Tag für Tag, dass sie sich von ihrer Krankheit nicht unterkriegen lässt.

 

Im Beruf steht sie jungen Menschen zur Seite, mit ihrer Band Ela und die Herzensbrecher feiert die Sängerin Erfolge, mit ihrem Ehemann Andreas Kirchner, der vielen in der Musikszene als Buddy Bosch ein Begriff ist, genießt sie ihr Leben. Und weil die Kirchners auch an andere denken, waren Ela und die Herzensbrecher nun vier Tage lang auf einer Benefiz-Tour zugunsten der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter (Amsel).

„Wir wollten mit unserer kleinen Straßenmusiktour für Multiple Sklerose sensibilisieren“, sagt Ela Kirchner, die nur zu gut weiß, was es heißt, an dieser chronischen Autoimmunerkrankung zu leiden, die die Nerven des Gehirns und des Rückenmarks angreift. Der Welt-MS-Tag am 30. Mai war ein guter Anlass, dieses Anliegen hinaus zu den Menschen zu tragen. In Stuttgart, Villingen-Schwenningen, Rottweil, Horb, Rottenburg, Kirchheim/Teck und Esslingen waren Ela und die Herzensbrecher vier Tage lang in Fußgängerzonen live zu erleben.

Überall blieben die Menschen stehen, lauschten den schönsten Schlager-Hits der 50er- und 60er-Jahre – und sie erfuhren en passant allerhand über das, was oft als „Krankheit mit 1000 Gesichtern“ bezeichnet wird. Denn in den Moderationen zwischen den Songs ließen Ela Kirchner, Buddy Bosch und ihre Musiker-Kollegen Manne Stauss und Hardy Fritsch nicht nur das Lebensgefühl der Wirtschaftswunderjahre lebendig werden. Und immer wieder klang auch an, was MS für die Betroffenen und ihr Umfeld bedeutet und wie wichtig die Arbeit der Amsel ist.

14 Stationen von Stuttgart bis Esslingen

Die Schlager der 50er- und 60er-Jahre bringen jene Lebensfreude zum Klingen, die sich auch Ela Kirchner durch ihre Erkrankung nicht nehmen lässt. Auch wenn sie nicht mehr auf der Bühne stehen kann, sondern die Musik der Herzensbrecher im Rollstuhl sitzend mit ihrer unverwechselbaren Stimme bereichert, macht die Sängerin mit ihrer Zuversicht auch denen Mut, denen die Erkrankung schwer zu schaffen macht. Und es dauerte an keiner der 13 Straßenmusik-Stationen lange, bis Musiker und Zuhörer im Rhythmus der Freude vereint waren und die größten Hits von damals bemerkenswert textsicher mitsangen.

Auch im Rollstuhl ist Sängerin Ela Kirchner mit Leidenschaft und großer Energie dabei. Foto: Robin Rudel

Da wurden Erinnerungen an Peter Alexander und seinen Schmusesong „Ich weiß, was Dir fehlt“ wach, Siw Malmkvists Evergreen „Liebeskummer lohnt sich nicht“ klang durch die Straßen, der „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini“ kam wieder zu Ehren, Cliff Richards „Rote Lippen soll man küssen“ ließ dem Publikum warm ums Herz werden, und am Ende blieb die Gewissheit: „Schuld war nur der Bossa Nova“. Und weil die Herzensbrecher gerne auch mal den Bogen von der Nierentisch-Ära in unsere Gegenwart schlagen, hatte Manne Stauss einen Extra-Song getextet, der zur Musik von Joe Dassins „Aux Champs-Elysées“ Momentaufnahmen der Benefiz-Straßenmusiktour auf den Punkt brachte.

Große und kleine Abenteuer

Auch wenn die Tour für Ela und die Herzensbrecher ganz schön anstrengend war, mochten sie die Erfahrung nicht missen. „Trotz aller kleinen und großen Abenteuer hat alles wunderbar geklappt“, freute sich die Sängerin über „tolle Begegnungen, großartiges Publikum, viele schöne Momente und jede Menge Lachen“. Das hat nicht nur den Musikern gut getan, sondern auch den Städten, in denen sie zu Gast waren: Mit ihrem unbeschwert-heiteren Auftreten, ihrer lebensfrohen Musik und ihrem mitreißenden Optimismus brachte die Band Leben und Leichtigkeit in die Fußgängerzonen.

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