Beobachtungen vom Cannstatter Volksfest Hilfe für Kollegen in Not

Von Frank Rothfuss 

Die Not ist groß bei einer Schaustellerfamilie: Ihre Boxautos sind verbrannt. Nun helfen die Kollegen vom Wasen.

Die Familie Schneck braucht dringend Boxautos Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Die Familie Schneck braucht dringend Boxautos Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Ihre Existenz ging in Flammen auf: Das Boxauto-Geschäft der Familie Schneck ist dieser Tage beim Weibertreu-Herbst in Weinsberg abgebrannt. Die Polizei vermutet, dass das Feuer gelegt wurde. Die 21 Autos standen „in Vollbrand“ wie die Feuerwehr das nennt, das Geschäft stand lichterloh in Flammen. Gerade noch bekam die Feuerwehr den Brand gelöscht, bevor er auf die Wohnwagen der Schausteller übergriff. Mario Schneck, der mit seinem Neffen Andy das Geschäft führt, hat den Wasenhocker-Kollegen von der „Heilbronner Stimme“ erzählt: „Das war Brandstiftung. Was soll sonst passiert sein?“ Der Strom sei abgestellt gewesen. Ein Wasserschlauch, der zu den Fahrgeschäften führt, sei abmontiert worden. Der Gulli, an dem der Schlauch angeschlossen gewesen sei, sei mit Wasser vollgelaufen. Löschen wäre nicht möglich gewesen. Er rechnet mit einem Schaden von 350 000 Euro. Und fürchtet: „Wenn die Versicherung nicht bezahlt, sind wir bankrott.“ Nun naht Hilfe aus Stuttgart. Die Schaustellerei ist ja eine überschaubare Branche, natürlich kennt man sich. Ein Geschäft haben sie bereits von einem Kollegen gestellt bekommen, aber woher die Boxautos nehmen? Die leiht ihnen Thomas Hahn. Der steht gerade mit seinem Auto-Scooter beim Volksfest. Den wollte er für den Rest des Jahres eigentlich winterfest verpacken, und mit seinem zweiten, kleineren Geschäft weiterreisen. Seine Boxautos dürfen nun aber keine Pause machen. Sie werden gebraucht: Nach dem Abbau Sonntagnacht holen die Schnecks die Autos. Respekt, sagt der Wasenhocker, trotz aller Konkurrenz übt man doch Solidarität.