„Berg in Flammen“ in Großbottwar Weingenuss im Kerzenschein

Durch die beleuchteten Weinberge führt der Weg zu mehreren Genussstationen. Foto: S. Granville

Bei „Berg in Flammen“ lässt sich wandernd Wein und Genuss verbinden. Zahlreiche Besucher pilgerten am 31. Oktober wieder durch die festlich beleuchteten Großbottwarer Weinberge am Harzberg .

Wenn der Großbottwarer Harzberg „in Flammen“ steht, kommt zwar keine Feuerwehr, doch dafür ein wahrer Strom an Besuchern. Die über das Bottwartal hinaus bekannte und beliebte Verkostung in den Weinbergen am Harzberg ist bei vielen Menschen am 31. Oktober fest im Kalender eingeplant. Was die Veranstaltung so beliebt macht, sind die mit Fackeln, Kerzen- und Feuerschalen illuminierten Weinberge, aber auch der Wein- und Genussweg, den die Bottwartaler Winzer auf die Beine stellen.

 

„Einfach treiben lassen und ein Weinchen genießen“

Von den voll besetzten Parkplätzen an der Kelter und im Kellersrain wird anschließend rund 100 Höhenmeter immer in Richtung Harzberghäusle gewandert. Das gibt Durst und Appetit, der am Seccohäuschen als erste Probierstation gelöscht werden kann. Selbst Gäste aus der benachbarten Weinregion im Remstal kommen gerne zu Besuch. „Das ist ein wirklich schönes Fest mit sehr netter Gesellschaft. Wir haben hier mit dem Secco als Aperitif angefangen“, erzählt Linda aus dem Weinort Kernen – und bestätigt damit den überregionalen Reiz der mit Fackeln und Kerzenlichtern stimmungsvoll illuminierten Weinberge.

Selbst als später dunkle Regenwolken mit Schauern über dem Harzberg fegen, harren die Besucher aus. Die nun nassen Bänke und Tische bleiben zwar fortan leer, doch dafür vergnügen sich die Menschen dicht gedrängt auf den Wegen rund um die Probierstationen und wärmen sich an den Feuerschalen auf. „Es läuft super, wie geschmiert“, sagt der Winzer Ulrich Fähnle strahlend und kommt mit dem Ausschank von Grauburgunder an der Weißweinstation kaum noch nach. Das finden auch Judith und Susanne aus Oberstenfeld und Kornwestheim. „Einfach einmal treiben lassen und ein Weinchen genießen“, beschreiben die beiden Freundinnen ihren Plan für den restlichen Abend.

Was darf es sein: Weiß, Rosé oder Rot?

An der Vesperstation bedient derweil Angelika Wirth als eine der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen unermüdlich Gäste. „Es ist zwar etwas langsam angelaufen“, erzählt Wirth. Doch jetzt packt sie mit ihren Mithelferinnen im Akkord Salzfleisch auf Brotscheiben.

Je höher es in den Weinbergen geht, desto ausgelassener und entspannter wird die Stimmung. Am Roséhäuschen verkostet Roland aus Oberstenfeld mit seiner Frau den Cuvée Rosé und ist begeistert. Er habe einen genauen Fahrplan und weiß schon genau, was er an welchen Stationen probieren möchte. „Sicherheitshalber sind wir mit dem Bus aus dem Nachbarort gekommen“, sagt das Ehepaar. Spätestens am Rotweinhäusle greifen viele Wanderer zum Schmalzbrot und schaffen sich so eine gute Grundlage für die noch vor ihnen liegenden Etappen. Schließlich liegt noch ein Probiermarathon vor den Gästen, sobald die nächsten Stationen erreicht sind.

Zum Abschied gibt’s ein „Betthupferl“

Oben am Harzberghäusle angekommen, ist es spätestens jetzt allen Weinwanderern tüchtig warm geworden. Bei Berg-Burgern, Roten Würsten, Lachs- oder Käsebroten schätzen sich die glücklich, die gemütlich und trocken unter den Pavillons einen Platz ergattert haben. Auf dem Rückweg lockt dann noch das Betthupferl. An dieser Station gibt es ein Rotwein-Cuvée im Barriquefass gereift, dazu Trüffelpralinen mit Muskateller.

„Die Leute genießen das als Abschluss“, weiß Elke Lochmann, die wie viele Helferinnen und Helfer den Gästen den Genießerabend erst möglich macht. Nach allen Seiten reicht sie die süße Spezialität zum Abschluss. Und spätestens jetzt sind die Genusswanderer ausreichend gestärkt für den beleuchteten Abstieg hinunter ins Bottwartal und den anschließenden Nachhauseweg.

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