Auch auf Schildern wird auf die Unfallgefahr auf der engen, kurvenreichen Straße hingewiesen. Foto: Uli Nagel
Die 1,3 Kilometer lange, kurvenreiche Straße zwischen Weilimdorf und Schloss Solitude soll zumindest zum Teil erneuert werden. Die Arbeiten könnten im Sommer beginnen.
Die Bergheimer Steige in Weilimdorf zählt sicherlich zu einer der schönsten Straßen in Stuttgart – aber auch zu einer der berüchtigsten. Die rund 1,3 Kilometer lange Strecke, die sich durch den Wald bis zum Parkplatz Schloss Solitude schlängelt, ist gekennzeichnet durch zahlreiche Spitzkehren. Schließlich sind mehr als 200 Höhenmeter zu überwinden. Vor allem im Herbst und im Winter kann es schnell glatt werden. Aber auch das restliche Jahr über ist die Bergheimer Straße eine Herausforderung für Autofahrer aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Entsprechend oft kracht es. Nun soll zumindest ein kritischer Bereich entschärft werden.
Durchfahrtsverbot für Lastwagen wird oft missachtet
Die wichtige Verbindung zwischen Weilimdorf und dem Fildergebiet gilt seit langem als Unfallschwerpunkt. Nach Angaben der Polizei ereigneten sich im vergangenen Jahr 19 Unfälle, drei Personen wurden dabei leicht verletzt. 2024 wies die Statistik sogar 35 Unfälle aus. Fast ausnahmslos ereigneten sich diese in den engen Kurven. Obwohl Tempo 50 erlaubt ist, sollte man an vielen Stellen langsamer fahren. Die Kurven sind tückisch, zudem ist der Fahrbahnbelag in keinem guten Zustand. Hinzu kommt, dass die Bergheimer Steige so schmal ist, dass ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge mit einer Breite von mehr als 2,2 Metern gilt. Diese wird aber oft missachtet, auch und gerade jetzt. Denn viele Kleinlaster aber auch Lastwagen nutzen die Bergheimer Steige als Umweg für den nach dem Brand weiter gesperrten Engelbergtunnel.
Die engen Kurven der Bergheimer Straße sind tückisch. Immer wieder kommt es zu Unfällen. Foto: KS-Images.de / Andreas Rometsch
Im Mittelpunkt der Maßnahme steht die berüchtigte mittlere Kehre. „In Kürze werden die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben“, erklärt ein Sprecher der Stadt. Es bleibe aber abzuwarten, ob angemessene Angebote eingehen, damit die Maßnahme auch vergeben werden könne, übt sich die Verwaltung in Zurückhaltung. Wenn alles wie geplant läuft, sollen die Arbeiten Mitte Juli dieses Jahres beginnen und sich bis Ende September hinziehen. Aufgrund der geringen Fahrbahnbreite, müsste „die Bergheimer Steige knapp vier Monate voll gesperrt werden“, betont der Stadtsprecher.
Die Pläne sehen vor, den Unfallschwerpunkt an der mittleren Kehre durch bauliche Maßnahmen zu entschärfen. So werden unter anderem neue Fahrbahnbeläge an besonders beanspruchten Stellen eingebaut. Zudem werden die Schutzplanken erneuert, die Trassenführung und die Fahrbahnentwässerung leicht optimiert. Mehr sei aufgrund des knappen Finanzrahmens aber nicht möglich, so der Stadtsprecher weiter. Die angespannte Haushaltslage schlägt sich auch beim Umbau der Bergheimer Steige nieder.
Stadt hat kein Geld für grundlegende Sanierung
Immerhin rund fünf Millionen Euro würde laut dem Tiefbauamt eine generelle Sanierung – wie sie die Freien Wähler in der Vergangenheit immer wieder gefordert hatten – kosten. Zudem würde dies eine Sperrung der wichtigen Verbindung von rund zwei Jahren zur Folge haben. Was eine generelle Verbreiterung kosten würde, hat die Verwaltung bislang nicht beziffert. Ganz zu Schweigen von dem enormen Eingriff in das Waldgebiet und die Natur.
Die aktuellen Baukosten würden aus dem laufenden Unterhaltungsbudget des Tiefbauamts finanziert. Unterstützung erhält die Stadt dabei vom Land. Aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) kommt mit 893 000 Euro immerhin mehr als die Hälfte der mit rund 1,5 Millionen Euro angegebenen Kosten. „Mit der Förderung unterstützen wird die Stadt dabei, einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Die Bergheimer Steige wird damit leistungsfähiger und sicherer“, betont Regierungspräsidentin Susanne Bay. Und noch aus einem anderen Grund ist das Land an einer raschen Umsetzung interessiert: Die Maßnahmen sollen abgeschlossen sein, bevor mit der Sanierung der Hangbrücke am Birkenkopf begonnen wird.