Unfall in Vorarlberg Bergsteiger aus Oberndorf stürzt 250 Meter in den Tod

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Es sollte eine traumhafte Bergtour werden – und endete in einer Tragödie. Ein 21-jähriger Bergsteiger aus Oberndorf ist beim Abstieg von dem beliebten 2044 Meter hohen Aussichtsberg Kanisfluh im österreichischen Bregenzerwald ums Leben gekommen.

Ein 21-jähriger Bergsteiger aus Oberndorf ist am Kanisfluh im österreichischen Bundesland Vorarlberg abgestürzt und dabei ums Leben gekommen (Symbolfoto). Foto: dpa-tmn 7 Bilder
Ein 21-jähriger Bergsteiger aus Oberndorf ist am Kanisfluh im österreichischen Bundesland Vorarlberg abgestürzt und dabei ums Leben gekommen (Symbolfoto). Foto: dpa-tmn

Schnepfau - Bei dem 21-jährigen Bergsteiger, der am Mittwoch (21. August) bei einer Bergtour an der 2044 Meter hohen Kanisfluh im Hinterbregenzerwald im Bundesland Vorarlberg (Österreich) tödlich verunglückt ist, handelt es sich um einen Mann aus Oberndorf im Kreis Rottweil.

Den Angaben der Landespolizeidirektion Vorarlberg und der Bergrettung Mellau und Au zufolge fiel der Alpinist rund 250 Meter in die Tiefe, als sich ein von ihm platzierter mobiler Klemmkeil, der von Bergsteigern zum Sichern benutzt wird, beim Abseilen löste. Seine 20 Jahre alte Begleiterin aus dem hessischen Dieburg musste den Sturz mitansehen. Sie konnte von einem Rettungshubschrauber unverletzt aus der Wand geborgen.

2044 Meter hohes Bergmassiv mit hohen Schwierigkeitsgraden

Die Kanisfluh ist ein weitgehend isoliert stehendes Bergmassiv zwischen den Orten Mellau und Au. Der bei Wanderern und Kletterern beliebte Ausflugsberg gilt als bekanntestes Wahrzeichen des Bregenzerwalds. Der Hauptgipfel, die 2044 Meter hohe Holenke, ist ein beliebtes Reiseziel, das allerdings einen hohen Schwierigkeitsgrad beim Bergwandern und Klettern aufweist.

Den Angaben zufolge war das Paar am Mittwoch gegen 10 Uhr in die Ostwand der Kanisfluh nahe der 1740 Einwohner zählenden Gemeinde Au eingestiegen. Der Oberndorfer kletterte voraus und folgte dem offiziellen Routenverlauf. Dabei musste er bereits eingeschlagene Sicherungshaken im Fels finden und Klemmkeile selbst platzieren.

Gegen 17 Uhr entschloss sich das Paar schließlich zum Abstieg. Der Grund war der Bergrettung zufolge wohl, dass sie keine Felshaken mehr finden konnten und der Abend bereits nahte.

Beim Abstieg löst sich ein Klemmkeil

Beim Abstieg kam es dann zu dem folgenschweren Unglück: Im Bereich des Hähle-Sattels auf rund 1800 Metern löste sich ein Klemmkeil, mit dem sich der Bergsteiger gesichert hatte – und er stürzte in die Tiefe. Der Hähle ist ein bekannter Aussichtspunkt in der Nordwand der Kanishflu. Die Steilkante ist hier sehr ausgesetzt und fällt fast senkrecht ins Tal ab.

Seine Begleiterin hatte nach dem Absturz kein Seil mehr zum Abseilen zur Verfügung. Sie musste mit dem Hubschrauber geborgen werden. Als die Rettungskräfte am Absturzort eintrafen, konnten sie nur den Tod des jungen Mannes feststellen.

Leichnam wird mit Seilwinde geborgen

Die Bergung des Leichnams erfolgte per Taubergung durch den Polizeihubschrauber „Libelle Vorarlberg“. Dabei wird ein Bergretter mit der elektrischen Seilwinde des Helikopters an die Unglücksstelle abgeseilt. Die Frau wird derzeit vom Kriseninterventionsteam (KIT) Vorarlberg betreut.

Laut Polizei waren an dem Einsatz vier Personen der Bergrettung Mellau und Au beteiligt sowie die Crew zweier Hubschrauber, Beamte der Polizei Au, der Alpinpolizei und Krisen-Interventions-Teams von Vorarlberg.

Die um 1340 urkundlich erstmals erwähnte Bezeichnung Kalendis ist wohl ein Name der aus dem schweizerischen Kanton Graubünden bekannt ist. Der Name Fluh ist das alemannische Wort für „Felswand“ und weist auf die steile Felsflanke im Norden der Kanisfluh hin.