Bergung verschoben Sorge um Wattenmeer wegen gestrandetem Frachter

Der Frachter „Glory Amsterdam“ liegt in der Deutschen Bucht vor Langeoog auf Grund. Das Schiff war vom Sturm auf die Sandbank getrieben worden. Foto: dpa 14 Bilder
Der Frachter „Glory Amsterdam“ liegt in der Deutschen Bucht vor Langeoog auf Grund. Das Schiff war vom Sturm auf die Sandbank getrieben worden. Foto: dpa

Die Bergung der gestrandeten „Glory Amsterdam“ auf der Sandbank vor Langeoog gestaltet sich schwieriger als zunächst gedacht. Umweltschützer und Fischer befürchtene eine Katastrophe.

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Langeoog - Die schwierige Bergung eines im Sturm gestrandeten Frachters vor Langeoog mit Hunderten Tonnen Öl im Tank bereitet Fischern und Umweltschützern Sorgen. Der Sturm „Herwart“ hatte die „Glory Amsterdam“ auf eine Sandbank getrieben. Schlepper sollten das 225 Meter lange Schiff ursprünglich am Montagabend mit dem Hochwasser befreien. Doch das Havariekommando musste seine Pläne ändern, weil die Wassertiefe selbst bei Hochwasser dafür nicht ausreicht. Die Experten suchten fieberhaft nach einer Alternative. Am Nachmittag war noch unklar, wann mit der Bergung in etwa zwei Kilometern Entfernung zu der Nordseeinsel Langeoog begonnen werden kann.

Die „Glory Amsterdam“, ein Schüttgutfrachter, ist nach Angaben des Havariekommandos nicht beschädigt. Trotzdem fürchten Umweltschützer und Küstenfischer schlimme Folgen. In den Treibstofftanks des Schiffes befinden sich gut 1800 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Marinediesel. Damit sei der Unglücksfrachter eine erhebliche Gefahr für den Nationalpark Wattenmeer, teilte die Umweltschutzorganisation WWF mit. Dort würden zurzeit zahlreiche Watvögel, Enten und Gänse rasten. Die deutschen Kutter- und Küstenfischer befürchten, dass austretendes Öl die Fanggebiete über Monate verschmutzen könnte.

22 Menschen befinden sich auf dem Frachter

Der unbeladene Schüttgutfrachter war am Sonntag in der Deutschen Bucht davongetrieben. Das Schiff hatte zuvor den Hamburger Hafen verlassen und war in der Nähe von Helgoland auf Reede gegangen. Auf diese Weise könnten die Schiffe Hafengebühren sparen, sagte der Sprecher des Havariekommandos, Michael Friedrich. Schlepper hatten am Sonntag vergeblich versucht zu verhindern, dass der manövrierunfähige Frachter auf die Sandbank treibt. Doch die Schleppleine riss während des Sturms mit bis zu sieben Metern hohen Wellen immer wieder.

22 Seeleute befinden sich auf der „Glory Amsterdam“. Davon ist keiner verletzt. Das Havariekommando schickte aber ein Team an Bord, das die Besatzung wegen Seekrankheit behandelt. Am Sonntag hatten sich bereits vier Experten von einem Hubschrauber auf den Frachter abgeseilt. „Sie sind spezialisiert für den Einsatz auf manövrierunfähigen Schiffen“, sagte Friedrich. „Sie schauen sich unter anderem den Wasserstand und den Tiefgang des Schiffes an.“

Diese Daten sind wichtig für das Bergungsteam im Lagezentrum in Cuxhaven. Dort planen Schiffsbauingenieure und Nautiker die Bergung. Ein Ölüberwachungsflugzeug fliegt regelmäßig über das Gebiet rund um den Frachter. Ausgetretenes Öl hat es bisher nicht entdeckt.




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