Berlin Polizei stoppt Raser auf Nobelstraße – Hochzeitsgäste bedrängen Beamten

Von red/dpa 

Ein Raser fährt mit bis zu 100 Stundenkilometern durch Berlin. Als ihn die Beamten stoppen, kommen dem Mann 30 bis 40 Hochzeitsgäste zur Hilfe. Die Situation war brenzlig – dann kam Verstärkung.

Die Polizei stoppte einen Raser in Berlin Neukölln (Symbolbild). Foto: dpa
Die Polizei stoppte einen Raser in Berlin Neukölln (Symbolbild). Foto: dpa

Berlin - Mehrere Dutzend Hochzeitsgäste haben in Berlin-Neukölln zwei Polizisten bedrängt, die einen Raser festnehmen wollten. Die 30 bis 40 Gäste eilten dem 37-jährigen Fahrer am Mittwochabend in der Nobelstraße zu Hilfe, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Demnach beruhigte sich die Situation erst, als Verstärkung eintraf. Der 37-Jährige wurde auf eine Dienststelle gebracht. Sein Porsche wurde beschlagnahmt. Der Beifahrer entkam unerkannt. Bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass der Fahrer und die Gäste sich kannten, sagte ein Sprecher.

Laut Polizei hatte sich der 37-Jährige zuvor mit einem Ferrari und einem Mercedes ein illegales Autorennen auf der Sonnenallee geliefert. Die Fahrer ließen die Motoren aufheulen und waren mit deutlich mehr als 100 Kilometer pro Stunde unterwegs. 

Auto rollt gegen Polizeiwagen

In der Nobelstraße konnte die Polizei den Porschefahrer einholen. Sie forderten ihn zum Anhalten auf. Noch bevor das Auto zum Stehen kam, soll sich der Fahrer auf den Beifahrersitz gesetzt haben. Der Beifahrer setzte sich auf den Rücksitz. Das Auto rollte gegen das Polizeiauto. Die beiden anderen Fahrer entkamen mit ihren Sportwagen.

Die Polizei geht seit mehreren Jahren härter gegen Raser und sogenannte Profilierungsfahrten vor, bei denen vor allem junge Männer angeberisch mit lauten Sportwagen durch die Gegend fahren.

In Berlin wird im Durchschnitt jeden Tag ein neues Strafverfahren wegen gefährlicher Raserei oder illegaler Autorennen eingeleitet. Seit Einführung des neuen Paragrafen 315d im Oktober 2017 wurden bis Mai 2019 rund 600 derartige Verfahren registriert, wie der Senat damals mitteilte. 200 Fälle wurden demnach angeklagt. Es gab rund 60 Verurteilungen, meist Geldstrafen, aber auch Gefängnisstrafen mit und ohne Bewährung. Rund 150 Verfahren wurden eingestellt. In rund 90 Prozent aller Fälle waren die Raser mit Mietwagen gefahren.