Berliner Basketballklub will künftig ohne Cheerleader auskommen Frauen sind keine Pausenfüller

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Die Basketballprofis von Alba Berlin verzichten auf ihre Cheerleader. Junge Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents passen nicht mehr in unsere Zeit, sagt der Klub-Manager Marco Baldi.

Passt nicht mehr in die Zeit: Die Cheerleader von Alba Berlin, die Alba Dancers, werden künftig nicht mehr in den Pausen auf der Spielfläche tanzen. Foto: dpa/Andreas Gora
Passt nicht mehr in die Zeit: Die Cheerleader von Alba Berlin, die Alba Dancers, werden künftig nicht mehr in den Pausen auf der Spielfläche tanzen. Foto: dpa/Andreas Gora

Stuttgart - Der Sport – insbesondere der Leistungssport – gilt als Hort der attraktiven, durchtrainierten Körper. Über Jahre, oft Jahrzehnte trainieren die Athleten ihre Körper mit Schweiß, Willensstärke, Ausdauer und Disziplin. Das ist in vielen Fällen attraktiv anzusehen, wenngleich das von Sportart zu Sportart variiert – Stichwort Gewichtheben oder Sumo-Ringen. Dass das Publikum manchmal nicht nur wegen der sportlichen Technik, Athletik oder Dynamik in die Hallen und Arenen kommt, sondern auch wegen der Körper – das lässt sich nicht ganz leugnen. Um den Zuschauern auch in den Pausen visuelle Unterhaltung zu bieten, schicken einige Sportveranstalter weibliche, leicht bekleidete Pausenfüller aufs Spielfeld: Cheerleader, also attraktive junge Frauen, die in sehr kurzen Röcken, knappen Oberteilen und Puscheln Tanzeinlagen abliefern.

In den Pausen unterhalten Frauen als hübsches Beiwerk

Die Botschaft: Während des Spiels schuften die männlichen Athleten, in den Pausen unterhalten die Frauen als hübsches Beiwerk. Ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert – und in Zeiten von Metoo und Gleichstellung ein No-Go.

Umso lobenswerter, dass die Basketballprofis des deutschen Vizemeisters Alba Berlin nun ankündigen, ab sofort auf ihre Cheerleader – die Alba Dancers – zu verzichten. „Wir sind zur Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt“, sagt der Clubmanager Marco Baldi. Die Alba Dancers, etwa 20 Tänzerinnen, gibt es seit 25 Jahren. Und sie haben durchaus sportliche Ambitionen: Preisgekrönt bei nationalen Wettbewerben waren sie schon bei Cheerleading-Weltmeisterschaften. Cheerleading gilt übrigens als eigenständiger Sport – nicht nur in den USA.

Mit dem Verzicht setzt der Sportclub ein Zeichen: Mit seinem breiten Jugendprogramm sei Alba Berlin „ein wichtiger Sozialakteur geworden, der Mädchen und Jungen für unseren Sport begeistert“, so Baldi. Das erste Frauenteam von Alba spielt in der zweiten Liga; künftig wolle man sich stärker dafür einsetzen, dass Frauen im Basketball als Spielerinnen sichtbar und zu Vorbildern werden. Auch wenn sich Baldi bewusst ist, „dass nicht wenige Fans die Alba Dancers vermissen werden“.