Bernd Hollerbach nach Hamburg Hamburger SV hofft auf das „Wunder von Bernd“

Von red/dpa 

Bernd Hollerbach ist der neue Hoffnungsträger beim Hamburger SV. Der 48 Jahre alte Nachfolger von Trainer Markus Gisdol soll den HSV vor dem ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bewahren.

Der HSV hofft, dass es mit Bernd Hollerbach nach oben geht. Foto: dpa
Der HSV hofft, dass es mit Bernd Hollerbach nach oben geht. Foto: dpa

Hamburg - Bernd Hollerbach soll den Hamburger SV aus der Dauerkrise führen und die schwierige Rettungsmission beim Bundesliga-Dino zum Happy End bringen. Der 48 Jahre alte Ex-Profi des HSV tritt beim stark abstiegsgefährdeten Traditionsclub die Nachfolge des am Sonntag beurlaubten Markus Gisdol an, teilten die Hanseaten am Montag mit.

„Wir hoffen natürlich, dass der neue Trainer die Verunsicherung in der Mannschaft löst und die nötigen Impulse setzt“, erklärte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Hollerbach erhält einen Vertrag bis 2019 und leitete bereits am Nachmittag erstmals das Training. Anschließend sollte er offiziell vorgestellt werden.

Hollerbach trainierte zuletzt die Würzburger Kickers

Der Franke trainierte bis zum Sommer vorigen Jahres den Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers. Seinen Heimatverein hatte er von der Regionalliga bis in die 2. Fußball-Bundesliga geführt. Nach dem Abstieg trat er zurück. Seitdem war er ohne Verein.

Hollerbach verfügt über eine lange HSV-Vergangenheit. Der einstige Profi war von 1996 bis 2004 Verteidiger bei den Hamburgern, für die er in 197 Bundesliga-Spielen vier Tore erzielte. Später durchlief „Holler“ als Co-Trainer die Felix-Magath-Schule. Mit Erfolg: 2009 führte das Duo Magath/Hollerbach den VfL Wolfsburg sensationell zur Meisterschaft.

Davon können die Verantwortlichen in Hamburg seit vielen Jahren nur träumen. Nach zuletzt sechs sieglosen Spielen in Serie und dem Absturz auf Abstiegsrang 17 mit nur 15 Punkten geht es für den HSV nur noch um den Klassenverbleib. Und das wird schon schwer genug.

Der Franke führe Würzburg in die zweite Bundesliga

Der neue HSV-Hoffnungsträger sorgte auf seiner ersten Station als Chefcoach in seiner Heimatstadt Würzburg für einen bemerkenswerten Höhenflug. 2014 übernahm er die Kickers in der Regionalliga, führte das Team auf Anhieb zum Aufstieg und im Frühjahr 2016 in die 2. Liga.

Eine ganze Region feierte euphorisch das „Wunder von Bernd“, wie es Würzburgs ehrenamtlicher Bürgermeister Adolf Bauer taufte. Eine Rückrunde ohne Sieg schickte den Außenseiter aber zurück in die 3. Liga. Hollerbach trat trotz eines Vertrages bis 2019 zurück.

Die Würzburger blieben dennoch dankbar. Vorstandschef Daniel Sauer lobte Hollerbach als „Gesicht unserer positiven Entwicklung in den letzten Jahren“. Der Trainer habe die Kickers „zurück auf die nationale Fußball-Landkarte gebracht“, sagte Sauer. Jetzt soll Hollerbach die Hamburger retten.