Bernhausen Schulneubau kostet erneut mehr Geld

Von Theresa Ritzer 

Die Zeit drängt, die Gemeinschaftsschule muss zum nächsten Schuljahr fertig sein. Doch voraussichtlich liegen die Baukosten um zwei Millionen Euro höher als veranschlagt. Der Gemeinderat will das Budget trotzdem vorerst nicht aufstocken.

Im September  2019  soll die  Gemeinschaftsschule des Schulzentrums  eröffnen. Foto: Büro Behnisch Architekten
Im September 2019 soll die Gemeinschaftsschule des Schulzentrums eröffnen. Foto: Büro Behnisch Architekten

Bernhausen - Der Termindruck steigt: Im September kommenden Jahres muss die neue Gemeinschaftsschule des Schulzentrums Bernhausen fertiggestellt sein. Ab dem nächsten Schuljahr soll dort unterrichtet werden. Mehr als 27 Millionen Euro lässt sich die Stadt den Neubau kosten. Man sei auch weitgehend im Zeitplan, erklärt das Beratungsunternehmen Drees und Sommer, das mit der Organisation des Bauprojekts Schulareal Bernhausen beauftragt wurde.

Handwerker haben Vollauslastung

Das Projekt zwischen Poltawastraße, La Souterrainer Straße und Festplatz umfasst weitaus mehr als den Neubau der Grund- und Gemeinschaftsschule. Dazu kommen der Abbruch der bestehenden Gotthard-Müller-Schule und die Erweiterung der Fleinsbachrealschule. Diese braucht als Ganztagsschule neue Räume, die unter anderem gebraucht werden, um Schüler mit Behinderung zu integrieren. Seit November 2017 entsteht hinter der Filharmonie ein moderner Schulcampus für insgesamt 33 Millionen Euro.

Doch dieses Budget könnte nicht ausreichen. „Handwerksbetriebe haben aktuell Vollauslastung“, sagt Stadtrat Walter Schwaiger aus der Fraktionsgemeinschaft CDU und FDP. Dass sei auch der Grund, weshalb die Baupreise regelrecht explodiert seien. Weil das Gebäude zum nächsten Schuljahr aber bezugsfertig sein muss, bleibt der Stadt nichts anderes übrig, als die derzeit hohen Preise in der Baubranche zu akzeptieren. Dazu kamen unvorhergesehene Ausgaben, wie beispielsweise Kosten für die Entsorgung von Schadstoffen im Baugrund. Statt mit den ursprünglich angesetzten fünf Prozent an Baupreissteigerung, rechnen die Projektorganisatoren von Drees und Sommer aktuell mit acht Prozent Steigerung pro Jahr und somit insgesamt 16 Prozent. Der geplante Kostenrahmen von 33 Millionen Euro ist nicht mehr einzuhalten. Das Beratungsunternehmen empfiehlt daher, das Budget um zwei Millionen Euro aufzustocken.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kosten für den Bau des neuen Schulareals steigen. Bei der ersten belastbaren Kostenschätzung gingen die Planer noch von 27,9 Millionen Euro aus. Das aktuelle Budget für den Schulcampus umfasst somit bereits rund fünf Millionen Euro mehr.

Ein moderner Schulcampus entsteht

Im Gemeinderat stößt der Vorschlag, das Budget erneut aufzustocken, jedoch auf Widerstand. Die Stadträte entschieden, die finanziellen Mittel vorerst nicht aufzustocken, sondern erst die Ergebnisse der Bauausschreibungen von September und November abzuwarten, da man danach die Gesamtkosten genauer abschätzen könne. Damit würde man den Kostendruck auch in der umgekehrten Richtung hochhalten, erklärt Oberbürgermeister Christoph Traub.

Dass das Schulzentrum Bernhausen wieder teurer werden kann, ist also nicht vom Tisch. Sobald die Kosten der jüngsten Ausschreibungen bekannt sind, wollen die Stadträte erneut abstimmen, ob sie die gewünschten zwei Millionen Euro mehr für den Bau freigeben. „Für uns sollte immer im Vordergrund stehen, dass dort ein moderner Schulcampus entsteht“, sagt Stefan Hermann, Stadtrat der Freien Wähler. Es sei wichtig, dass der Termin, an dem die Schule bezogen werden kann, eingehalten werde.

Ursprünglich umfasste die Weiterentwicklung des Schulareals Bernhausen auch die Sanierung der Gotthard-Müller-Halle. Die Sporthalle ist mit der Gotthard-Müller-Schule verbunden, die abgerissen wird, sobald die neue Grund- und Gemeinschaftsschule fertig ist. Die Halle muss daher umgebaut werden. Aufgrund der Defizite, die die Halle aktuell aufweist, ist auch ein Neubau im Gespräch. Ob die Sporthalle neu gebaut oder nur saniert wird, darüber wird der Gemeinderat separat entscheiden.