Dieses Jahr wollten viele nicht langfristig buchen. Wir erklären, wie sich trotz Widrigkeiten das perfekte Angebot für einen gelungenen Urlaub auf den letzten Drücker finden lässt.

In vielen Urlaubsländern gibt es noch attraktive Möglichkeiten für Ferien in der letzten Minute. Aber bevor man zugreift, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Wichtige Fragen und Antworten dazu.

Was genau fällt unter Last-minute?

Der Begriff ist nicht geschützt. Üblicherweise werden damit Reisen beworben, bei denen nur noch Wochen zwischen Buchung und Abreise liegen. Theoretisch darf ein Anbieter auch längerfristige Trips unter dem Namen verkaufen. Die Angebote müssen auch nicht billiger sein als reguläre. Allerdings muss der Veranstalter die gleichen Regeln einhalten wie für langfristig gebuchte Urlaube.

Was ist das Besondere in diesem Jahr?

Normalerweise versuchen Reiseveranstalter, unverkaufte Plätze aus der Hauptbuchungszeit abzustoßen und gewähren dabei einen Preisnachlass. Dieses Jahr gab es aber kaum Frühbucher, die meisten haben abgewartet. Die Hauptbuchungszeit begann erst im Mai. Klassische Urlauber und Last-minute-Gäste stürmten daher auf einmal die Reisebüros. Im Flieger treffen sie nun zusammen mit den Reisenden, die bereits vor zwei Jahren gebucht haben und immer wieder verschieben mussten. Dennoch sind die Urlauberzahlen von 2019 noch nicht wieder erreicht. Deshalb machen viele Hotels gute Angebote – vor allem in der Türkei und Ägypten, wo die russischen Gäste ausbleiben. Kreuzfahrten sind noch reichlich zu haben. Flüge sind dagegen rar, ebenso Mietwagen.

Wie werden sich die Preise entwickeln?

Jetzt, wo alle auf einmal Urlaub machen wollen, haben die Preise angezogen. Dazu kommt das teure Flugbenzin. Wer Last-minute bucht, muss sich also auf höhere Preise einstellen. Vor allem in der Türkei und bei Kreuzfahrten sind aber noch echte Schnäppchen auf dem Markt. Marktkenner empfehlen: nicht nur den Preis vergleichen, sondern auch die Leistung. Manche Reisen sind nur deshalb billiger, weil die Veranstalter sie ohne Halbpension und Transfer anbieten.

Ist der Urlaub am Ferienziel wie immer?

Nein, die Pandemie ist ja nicht vorbei. Der Urlauber muss sich weiter darauf gefasst machen, dass teilweise noch Saunen geschlossen sind oder dass es statt des Frühstücksbuffets Service am Tisch mit zwei Brötchen und verpackter Marmelade gibt. Hinzu kommt: Die Flug- und Hotelbranche leidet unter massivem Personalmangel. Urlauber müssen sich auf lange Wartezeiten am Flughafen einstellen. Im Hotel ist öfter mal das Strandrestaurant oder die Bar gesperrt, und die Gäste werden gebeten, nicht jeden Tag auf einer Zimmerreinigung zu bestehen.

Ist Pauschalurlaub besser als individuell buchen?

Sicherer fährt man mit Pauschalreisen. Sollte das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für das gewählte Reiseziel aussprechen, haben Urlauber bessere Chancen, ihr Geld erstattet zu bekommen. Individualurlauber müssen sich wegen Rückzahlungen mit dem Hotelier im Ausland auseinandersetzen oder mit einem Online-Portal eines anderen Landes. Sie sollten deshalb zumindest auf günstige Stornoregeln achten.

Haben Last-minute-Bucher dieselben Rechte wie andere Urlauber?

Pauschalreise bleibt Pauschalreise – ob Last-minute oder schon vor Monaten gebucht wurde, spielt keine Rolle. Kunden haben Anspruch auf Entschädigung, wenn etwas schiefgeht, also wenn man vor Baulärm nicht schlafen kann oder das Hotel überbucht ist. Pauschalurlauber genießen auch Insolvenzschutz, falls der Veranstalter pleitegeht. Grundsätzlich bekommen sie auch ihr Geld zurück, wenn die Reise storniert werden muss. In der Praxis funktionierte das im Corona-Lockdown allerdings oft nicht. Wichtig ist, dass man keinen Cent zahlt, bevor man den Sicherungsschein bekommt.

Worauf gilt es sonst noch zu achten?

Die wichtigsten Tipps: bei einem deutschen Veranstalter buchen. Geld nur anzahlen, wenn man zugleich den Sicherungsschein gegen Veranstalterinsolvenz erhält. Genau hinschauen, ob der Flug nicht morgens um zwei Uhr angesetzt ist und ob bei der gebuchten Reise auch ein Transfer zum Hotel dabei ist. Den lassen nämlich einige Anbieter weg, damit die Reise billiger aussieht.

Wie lässt sich am meisten sparen?

Die besten Schnäppchen macht, wer bei Abreisetag, Uhrzeit und Urlaubsziel flexibel ist. Wer bereit ist, auch frühmorgens oder spätabends loszufahren und auf Thassos oder Teneriffa statt Mallorca in der Sonne zu liegen, hat am ehesten Glück. Man muss sich dafür übrigens nicht stundenlang im Internet quälen: Reisebüros bieten dasselbe Angebot zu identischen Preisen.