Besigheim Fischsterben an der Enz hat natürliche Ursache
Nach dem Fischsterben in der Enz gibt es Entwarnung: Laut Landratsamt war es kein menschliches Versagen. Untersuchungen deuten auf eine andere tierische Ursache hin.
Nach dem Fischsterben in der Enz gibt es Entwarnung: Laut Landratsamt war es kein menschliches Versagen. Untersuchungen deuten auf eine andere tierische Ursache hin.
Das Fischsterben in der Enz Anfang Januar hat nach aktuellem Kenntnisstand eine natürliche Ursache und ist nicht auf eine Gewässerverunreinigung zurückzuführen. Das teilte das Landratsamt Ludwigsburg am Freitagmittag mit. Die Untersuchung der entnommenen Wasserproben ergab keine Auffälligkeiten.
Die Verletzungen der rund 30 verendeten Fische wurden vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA) begutachtet. Die Befunde deuten darauf hin, dass die Fische von Kormoranen angegriffen wurden. Bei den Tieren handelte es sich um sogenannte Nasen, eine Fischart, die im Winter in Schwärmen in ruhigen Gewässern lebt.
In dieser Zeit sind sie eine leichte Beute für Kormorane, die häufig gemeinsam in Gruppen jagen. Dabei können nicht nur die direkten Verletzungen tödlich sein, sondern auch der starke Stress, den die Angriffe bei den Fischen auslösen.
Zunächst hatte das Fischsterben in der Enz Erinnerungen an ein ähnliches Ereignis in der Bottwar bei Oberstenfeld im vergangenen August geweckt. Damals waren auf mehreren hundert Metern zahlreiche Fische und Kleintiere verendet. Die Ursache wurde schnell gefunden: Giftige Stoffe waren aus einem Regenwasserrohr eines Industriebetriebs in den Fluss gelangt. Auch in Besigheim kamen daher zunächst Gerüchte über eine mögliche Gewässerverunreinigung durch ein Unternehmen oder über Auswirkungen des Silvesterfeuerwerks auf.
Wie gravierend die Folgen menschlicher Unachtsamkeit sein können, zeigte sich ebenfalls im vergangenen Jahr bei Sersheim. Dort traten rund 50 Kubikmeter Gülle aus einer Biogasanlage aus und gelangten in die Metter. Der Angelsportverein Bietigheim/Enz sprach von einem „Totalverlust“ in einzelnen Flussabschnitten: Hunderte Fische sowie zahlreiche weitere Kleintiere, darunter Krebse, verendeten.