Was haben das Kennedy-Attentat, die „Hammermorde“ und die Ermordung eines Bürgermeisters in der schwäbischen Provinz 1835 gemeinsam? Das versucht eine Ausstellung im kleinen Bönnigheim zu erklären – und will dabei die Geschichtsschreibung ändern.

Ludwigsburg: Philipp Obergassner (pho)

Bönnigheim - Dass er sich noch einmal so intensiv mit dem „Hammermörder“ beschäftigen würde, hätte Helmut Fischer nicht gedacht. Damals, 1984 und 1985, als der Polizeiobermeister Norbert Poehlke sechs Menschen ermordete, vier Banken überfiel und ganz Süddeutschland in Atem hielt, war Fischer als Kriminalhauptmeister Mitglied der Sonderkommission „Hammer“. „Und jetzt bin ich schon Zeitzeuge“, sagt der 69-jährige Besigheimer und blickt auf seine Sammlung von Zeitungsausschnitten, Berichtskopien und Phantombildern auf dem Tisch. Er hatte das Material sauber abgeheftet im Keller aufbewahrt. „Etwas muffig“ habe es gerochen, als er es hochgeholt habe.