Hansi Müller, Guido Buchwald & Co. schnüren am Freitag die Kickstiefel für ein Spiel gegen die TSG Backnang. Am Samstag kommen Werder-Bremen-Legenden wie Dieter Burdenski oder Clemens Fritz ins Remstal – alles bei freiem Eintritt.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Das Finale bei der Fußball-EM haben wir ja bekanntlich verpasst. Karten dafür hätte es aber wahrscheinlich sowieso keine mehr gegeben – und wenn, dann sicherlich zu einem unerschwinglichen Preis. In Backnang und Waiblingen gibt es jetzt eine ungleich günstigere Alternative. Dort kann man Legenden des Rasensports in Spielen gegen die lokalen Helden erleben – und das bei freiem Eintritt.

 

Müller, Buchwald und Cacau haben zugesagt

Zugegeben, Hansi Müller, Guido Buchwald oder Cacau werden wohl nicht mehr ganz das Tempo von Musiala, Wirtz oder Sané entfalten können. Doch ihre hervorragende Ballbehandlung werden sie nicht verlernt haben. Am Freitagabend kann man sich live und in Farbe davon überzeugen. In einem Freundschaftsspiel im Backnanger Etzwiesenstadion tritt die Traditionsmannschaft des VfB Stuttgart gegen die örtliche TSG an.

Betreut werden die Weiß-Roten, bei denen neben den genannten Größen unter anderem auch der lokale Held Julian Schieber seine Teilnahme angekündigt hat, voraussichtlich von Vorstopper-Legende Karlheinz Förster. Teamchef bei der TSG ist der österreichische Nationaltrainer und gebürtige Backnanger Ralf Rangnick. Er ist gleichzeitig auch der Schirmherr der Veranstaltung, denn der Erlös des Abends, der sich hauptsächlich aus Spenden speist, geht an seine Stiftung sowie die VfB-Stiftung „Brustring der Herzen“.

Parkplatzangebot stark eingeschränkt

Anpfiff im Etzwiesenstadion ist um 18.30 Uhr, im Anschluss gibt es ein Meet & Greet mit musikalischem Rahmenprogramm. Der Eintritt ist frei, doch um den zu erwartenden großen Besucheranstrom bewältigen zu können und weil die Baustelle am Murrtalviadukt aktuell einen großen Teil des Stadionparkplatzes in Beschlag nimmt, bitten die Veranstalter, nach Möglichkeit auf das Auto zu verzichten und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Von der Bushaltestelle Etzwiesenbrücke aus sei das Stadion in zehn Gehminuten zu erreichen.

Zwei Torwartlegenden und ein Kugelblitz

Wer nach Backnang nicht genug hat oder wem das Remstal näher liegt: Nur einen Tag später gibt es dort ein Wiedersehen mit Fußballgrößen aus glorreichen Zeiten der Kult-Mannschaft Werder Bremen. Die Torwart-Legenden Dieter Burdenski und Oliver Reck haben sich angesagt, „Kugelblitz“ Ailton oder Aaron Hunt wollen noch einmal ihre Treffsicherheit beweisen.

Gegner im Sportpark des FSV Waiblingen am Oberen Ring ist eine Ü 35-Auswahl aus dem Remstal. Das Spiel wird um 18.30 Uhr angepfiffen. Auch hier ist der Eintritt frei, erwachsene Zuschauer werden allerdings höflich gebeten, eine Spende für die Jugendarbeit des FSV Waiblingen zu geben.

Dass die Bremer den Weg ins satte 630 Kilometer entfernte Waiblingen antreten, hat im übrigen seinen Grund. Eingefädelt hatte das bereits vor einiger Zeit der Waiblinger Immobilienentwickler Harald Panzer. Dessen Fellbacher Firma Wohninvest hatte sich 2019 für zehn Jahre die Namensrechte an dem bisherigen Weserstadion gesichert. Das ist nun zumindest vorübergehend ausgesetzt. Weil die Firma Insolvenz anmelden musste, wurden auch die von ihr abgeschlossenen Sponsorenverträge aufgelöst. Seit Ende Juni hat die Bremer Arena nun zumindest vorübergehend wieder ihren angestammten Namen zurückerhalten.

Wer steht bei Werder im Tor?

Wer nun befürchtete, dass in diesem Zuge auch das in Waiblingen vereinbarte Spiel abgesagt würde, wurde eines Besseren belehrt. Die Traditionsmannschaft der Grünen steht zu ihrer Zusage.

Bleibt nur die Torwartfrage. Wird der mittlerweile 73-jährige frühere Nationalkeeper Dieter Burdenski tatsächlich noch einmal zwischen den Pfosten stehen oder überlässt er das dem immerhin 15 Jahre jüngeren Oliver Reck? Beide Varianten dürften auf jeden Fall einen Besuch Wert sein.