Bestattungen in Leonberg Letzte Ruhestatt unter den Baumwipfeln

Von Henning Maak 

Gemeinderat beschließt neue Formen der Bestattung. Gleichzeitig wird das Sterben etwas teurer.

Die Urnen werden in lockerer Reihenfolge um die Bäume gruppiert. Foto: Stadt Leonberg
Die Urnen werden in lockerer Reihenfolge um die Bäume gruppiert. Foto: Stadt Leonberg

Leonberg - Immer mehr Menschen wünschen sich schlichtere Gräber, die mit keiner aufwändigen Pflege verbunden sind – häufig, weil es keine Angehörigen gibt oder diese weit weg wohnen. Diesem Trend ist nun auch die Stadt Leonberg nachgekommen. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung einer Änderung der Friedhofs­ordnung zugestimmt: Danach sind auf dem Waldfriedhof Bestattungen unter Bäumen jetzt offiziell zulässig, zudem gibt es dort auch ein Urnengemeinschaftsgrabfeld. Gleichzeitig wurden die Bestattungsgebühren um rund 15 Prozent erhöht.

Die Nachfrage nach einer Bestattung unter Bäumen, für die eine Urnenreihengrababteilung im Juni 2015 eingerichtet wurde, ist groß: „Wir haben bereits 100 solcher Bestattungen gehabt, jährlich machen sie circa zwölf Prozent unserer gesamten Erd- und Urnenbestattungen aus“, erklärte Anke Fitzner vom Friedhofsamt. Die Urnen werden in lockerer Anordnung zwischen den Bäumen in die Erde gelassen. Abgedeckt werden sie mit einer Platte und einer Stele, auf der die persönlichen Daten der Verstorbenen eingraviert werden.

Seit Mai 2016 gibt es auf dem Waldfriedhof zudem ein Urnengemeinschaftsgrabfeld. Auf diesem werden zwei neue Bestattungsformen angeboten: zum einen ein so genanntes Urnenkleingrab, bei dem die Urne einen bestimmten Platz zugewiesen bekommt und mit einer kleinen Steinplatte mit den Daten der Verstorbenen abgedeckt wird. Zum anderen ist dort ein Gemeinschaftsgrab möglich, bei dem die Urne nicht fest verortet ist und die Daten der Verstorbenen auf einem Namensband fortlaufend geschrieben werden. Die Nachfrage nach diesen Bestattungsformen hält sich bisher in Grenzen – möglicherweise, weil die Hinterbliebenen den Komplettpreis für das Nutzungsrecht und die Grabpflege für 15 Jahre im Voraus bezahlen müssen. Zudem kann die Friedhofsverwaltung noch nicht Bestattungsplätze neben- oder übereinander anbieten. Die Verwaltung prüft die technischen und vertraglichen Möglichkeiten einer Doppelbelegung und will per Flyer informieren.