Bestseller-Autorin aus Neuffen Von Kuschel-Krimis zu harten Thrillern

Mit ihrer Thriller-Reihe startet die Neuffener Autorin Isa Klink durch. Foto: Gaby Weiß

Die Autorin Isa Klink hat auch mit ihrem zweiten Roman um eine Kriminalpsychologin einen Bestseller gelandet. Bei den Esslinger Galgenstricken liest sie an diesem Sonntag daraus.

Von diesem Erfolg hätte Isa Klink nicht zu träumen gewagt: Auch der zweite Thriller um die Kriminalpsychologin Cora Brecht aus der Feder der Neuffener Autorin ist ganz vorne auf den Bestsellerlisten gelandet. „Ich muss mich manchmal kneifen“, strahlt die 51-Jährige, die bislang unter ihrem früheren Autorennamen Isabel Holocher-Knosp mit humorvollen Regionalkrimis und Kinder- und Jugendbüchern auf sich aufmerksam gemacht hat.

 

Warum steigt man als Autorin von sympathischen „Kuschel-Krimis“, in Fachkreisen „Cosy Crimes“ genannt, auf knallharte Thriller mit jeder Menge Mord und Totschlag um? Als ihre Literatur-Agentur anfragte, ob sie nicht mal das Fach wechseln möchte, habe Isa Klink das enorm gereizt. Bei ihrem Debüt „Steinkalt“ setzte sie noch auf einen Wechsel zwischen psychologisch-erzählenden und Hardcore-Passagen: „Manche Leserinnen und Leser schätzen das, weil man zwischendurch auch mal Luft holen kann.“ Wichtig ist Isa Klink in ihren Büchern, dass Grausamkeiten, Gemetzel und Gewalt nicht die Oberhand bekommen: „Ich muss nicht jedes blutige Detail ausarbeiten. Das überlasse ich der Fantasie bei der Lektüre.“ „Gnadenkalt“, der zweite Band der Cora-Brecht-Reihe, basiert auf einer wahren Geschichte, einem sogenannten Cold Case, einem alten, ungeklärten Fall, der wieder aufgerollt wird. „Auch das dunkelste Geheimnis kommt irgendwann ans Tageslicht“, verspricht der Klappentext. Für ihre Protagonistin hat Isa Klink ein Persönlichkeitsprofil angelegt: „Wichtig ist mir, dass sie sich von Band zu Band entwickelt. Sie ist anfangs auf der Suche nach sich selbst, nach einem neuen Leben. Im zweiten Band ist sie ein Stück weiter, da hat sie sich gefunden, da tritt sie selbstsicherer auf.“ An ihrer Hauptfigur schätzt Klink, dass sie einfühlsam ist, gut zuhören kann, als Psychologin Gespräche geschickt führt, dass sie mutig ist und reflektiert vorgeht. „Meine Leserschaft lobt, dass Cora Brecht ziemlich normal ist, dass sie keine extremen Laster, keine Spleens, Ticks oder psychischen Störungen hat. Im Gegensatz zu vielen Ermittler-Figuren heutzutage.“ Cora Brecht lebt in einem Haus auf einer abgelegenen Waldlichtung im Nordschwarzwald: „Ich liebe diese Gegend, die tief verschneiten Tannen, die wildromantischen Schluchten, die oft düstere Atmosphäre, aber auch die schönen Seiten. Ich habe selbst mit meiner Familie sechs Jahre in so einem Haus im Nordschwarzwald gelebt“, erzählt Isa Klink.

Recherche im Internet

Um sich einzuarbeiten, liest Klink viel: etwa Sachbücher von Kriminalpsychologen, die über ihre Fälle berichten, aber auch True-Crime-Geschichten über reale Verbrechen und ihre Aufklärung. „Es gibt tatsächlich Schreibratgeber über Polizeiarbeit für Krimi-Autoren. Und ich recherchiere viel im Internet, suche dort nach historischen, juristischen und medizinischen Protokollen, die mich inspirieren könnten.“

Der Erfolg der Cora-Brecht-Reihe hat Isa Klink Mut gemacht, nach diesem Schuljahr ihren Beruf als Grundschullehrerin an den Nagel zu hängen, als freiberufliche Schriftstellerin durchzustarten und mit dem dritten Band zu beginnen. Für jedes neue Buch wählt sie ein frisches Notizbuch, um ihre Ideen festzuhalten. Für das Exposé muss sie die Geschichte vorab strukturieren, genaue Vorstellungen von der Dramaturgie entwickeln und die Höhepunkte sowie die Auflösung im Detail planen. Sie sei eine langsame Schreiberin, die etwa eine Seite pro Stunde schafft, erzählt Isa Klink. „Aber dadurch, dass ich mir beim Schreiben schon ganz viele Gedanken mache, wie ich etwas formuliere, muss ich das Manuskript später nur einmal überarbeiten, bevor es ins Lektorat geht.“

Isa Klink liest am Sonntag, 23. Juni, ab 10.30 Uhr bei den Esslinger Galgenstricken (Webergasse 9) aus „Gnadenkalt“ und erzählt Hintergründe zum Buch. Karten unter Telefon 0711 / 35 44 44 oder www.kabarettdergalgenstricke.de.

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