2010 sind im Land so viele Übernachtungsgäste wie noch nie gezählt worden. Freizeiteinrichtungen verzeichneten ebenfalls ein Besucherplus.
Stuttgart - Urlaub unter Palmen hat natürlich seinen eigenen Reiz. Doch auch im eigenen Land sind Ausflügler und Kurzurlauber gerne unterwegs. Das hat eine jüngst veröffentlichte Studie der Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammern (BWIHK) bestätigt. Das sogenannte Freizeitbarometer, das die BWIHK seit elf Jahren anhand der Befragung von mehr als 500 Einrichtungen herausgeben, fasst aktuelle Trends, Daten und Fakten der Tourismus- und Freizeitbranche im Südwesten zusammen.
Demnach haben Freizeiteinrichtungen 2010 im Vergleich zur Vorsaison ein Besucherplus von zwei Prozent verzeichnet. "Insgesamt besuchten fast 40 Millionen Menschen die Schlösser, Museen, Bäder oder Parks im Land", sagt der BWIHK-Präsident Peter Kulitz. Die krisenbedingte Schwäche des Vorjahres sei damit überwunden. Mit 16,7 Millionen Übernachtungsgästen wurde laut Statistischem Landesamt sogar ein historischer Rekordwert erzielt. Allerdings verkürzte sich die Verweildauer der Reisenden. Der Anteil an ausländischen Gästen erhöhte sich auf 18 Prozent, was auf ein Plus an Geschäftsreisen zurückgeführt wird. Der Schwarzwald und die Schwäbische Alb sind die beiden Regionen, die 2010 den größten Besucherzuwachs erfahren haben. Dorthin kamen 2,6 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent mehr Ausflügler als im Vorjahr. Beides wird in erster Linie auf die guten Wintersportbedingungen zurückgeführt. Die Rhein-Neckar-Region sowie Heilbronn und Ulm besuchten ebenfalls mehr Urlauber. Der Bodensee, der große Gewinner des Vorjahres, verlor hingegen vier Prozent seiner Besucher.
Wetterunabhängige Attraktionen besonders beliebt
Insgesamt waren 2010 vor allem wetterunabhängige Attraktionen und Erlebnisse gefragt wie Thermen, Theater, Schlösser und Burgen. Auch Museen, die zuvor häufig Besuchereinbußen hinnehmen mussten, erfuhren einen Zuwachs von 6,8 Prozent. Besonders zufrieden waren unter anderem die Mitarbeiter des Schweinemuseums in Stuttgart. Bereits in den ersten acht Monaten wurden 34.000 Besucher gezählt. Überdurchschnittlich viele Gäste kamen zu Stadtführungen oder nahmen an Festen teil. Aktivitäten im Freien waren wegen des wechselhaften Wetters weniger gut besucht, darunter Freilichtspiele, Zoos oder Parks. Für 2011 sind die Erwartungen in der Branche auf breiter Front positiv. Wie das Freizeitbarometer ergab, rechnen viele Hotels, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen auch in diesem Jahr mit Zuwächsen. "Die Stimmung in der Tourismusbranche hellt sich immer mehr auf", sagt Kulitz.