Beteiligungen Landesbank verkauft W & W-Anteile

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Die Gruppe des Unternehmers Lutz Helmig kauft den LBBW-Anteil am Finanzkonzern W & W. Es ist das zweite Geschäft von Helmigs Gruppe mit der LBBW.

Die meisten großen Beteiligungen hat die Landesbank mittlerweile verkauft. Foto: dapd
Die meisten großen Beteiligungen hat die Landesbank mittlerweile verkauft. Foto: dapd

Stuttgart - Die Landesbank-Württemberg (LBBW) hat ihre Beteiligung an dem Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W & W) verkauft. Erwerber des 8,78-Prozent-Pakets ist die erst im Frühjahr gegründete Horus Finanzholding in Hallbergmoos. Sie gehört zur Firmengruppe des Arztes und Unternehmers Lutz Helmig, der einst die Helios-Kliniken gegründet hat. Im Mai hatte Helmig über eine andere Gesellschaft seiner Gruppe ebenfalls aus dem Besitz der LBBW deren 46-Prozent-Anteil an der Stuttgarter Privatbank Ellwanger & Geiger erworben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Landesbank bestätigt, dass es für zwei weitere Beteiligungen – an der Versicherung Nationale Suisse und an der Fondsgesellschaft Universal-Investment – Käufer gibt. Anders als damals meldet die LBBW den Verkauf der Anteile an W & W nun selbst. Die Bank erfüllt mit den Verkäufen Auflagen der EU-Kommission. Die Behörde verlangte im Gegenzug zur Genehmigung umfangreicher Hilfen durch die Eigentümer die Rückführung der Bankaktivitäten auf das Kerngeschäft. Etwa 180 Beteiligungen wurden mittlerweile verkauft, liquidiert oder zusammengelegt. Der Anteil an W & W war eine der letzten großen Beteiligungen, von denen sich die LBBW trennen musste. Nun geht es vor allem noch darum, einen Käufer für die Beteiligung an der Sparkassen-Versicherung zu finden; die LBBW hält 3,1 Prozent der Anteile an der SV Sparkassen-Versicherung Holding.

Wie viel Horus für die Anteile an W & W zahlt, wird nicht mitgeteilt. Gemessen am Börsenkurs sind sie etwa 120 Millionen Euro wert. Horus selbst äußert sich nicht zu den Plänen mit der Neuerwerbung. Großen Einfluss nehmen kann die Finanzholding nicht. Zwei Drittel der W & W-Anteile und damit die Macht liegen via Wüstenrot-Holding bei der Wüstenrot-Stiftung. W & W-Vorstandschef Alexander Erdland sagte zu der Transaktion: „Wir bedauern, dass die LBBW ausscheiden muss, freuen uns aber, dass der bisherige LBBW-Anteil an unserem Unternehmen in gute Hände gerät. Das stabile Aktionariat wird mit der Horus Finanzholding um einen weiteren Eigner ergänzt, der von unserem Konzept des Vorsorgespezialisten überzeugt ist.“

Das W & W-Paket ist im Zuge der Übernahme der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank) 2005 zur LBBW gekommen. Die Kooperation soll fortgesetzt werden. So wird die Bank weiter Versicherungen von W & W verkaufen. Außerdem bleibt die LBBW Asset Management die Kapitalanlagegesellschaft für bestimmte Fonds von W & W.

Lutz Helmig hatte durch den Verkauf seiner Helios-Kliniken 1994 für 1,5 Milliarden Euro an den Fresenius-Konzern die Basis für seinen unübersichtlichen Konzern gelegt. Fakt ist, dass er mehrere Beteiligungsgesellschaften besitzt, wobei er in der Regel Mehrheitsübernahmen anstrebt. Schwerpunkt sind die Felder Technologie, Dienstleistungen und Rohstoffe. Zahlen liegen lediglich von Helmigs Holding Aton vor, die 2011 rund 1,9 Milliarden Euro umgesetzt hat. Zu den Beteiligungen gehört die frühere Daimler-Fluglinie, die jetzt DC Aviation heißt. Aton war zwischenzeitlich auch an dem Lackieranlagenhersteller Dürr, dem Kaufhaus Ludwig Beck und an der Lufthansa beteiligt.