Betreiber kommt Bürgern entgegen Kompromiss in Philippsburg

EnBW-Kernmeiler Philippsburg. Wo eine große Umspannstation entstehen soll, sorgt für Ärger in der Region. Jetzt soll der Streit geschlichtet werden. Foto: dpa
EnBW-Kernmeiler Philippsburg. Wo eine große Umspannstation entstehen soll, sorgt für Ärger in der Region. Jetzt soll der Streit geschlichtet werden. Foto: dpa

Die EnBW-Tochter TransnetBW ändert ihre Pläne: Eine umstrittene, mehrere Fußballfelder große Konverterstation zur Umwandlung von Strom soll nun in größerem Abstand von Wohnhäusern errichtet werden.

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Philippsburg - Nach monatelangem Streit mit Kommunen, Bürgerinitiativen und Verbänden macht die EnBW-Netztochter TransnetBW einen Rückzieher und baut ein großes Umspannwerk doch nicht in der direkten Nachbarschaft der Gemeinde Philippsburg. Man werde den Konverter anstatt dessen „auf dem Gelände des Kernkraftwerks in Philippsburg errichten“, teilte die TransnetBW am Dienstag mit. Diese Variante habe den Vorteil, dass sich der Abstand zur Wohnbebauung im Vergleich zu ursprünglichen Plänen auf insgesamt eineinhalb Kilometer vergrößere. Mit dem Schritt stärke man die „Akzeptanz für dieses wichtige Pilotprojekt in der Region“, sagte Werner Götz, Geschäftsführer der TransnetBW.

Anfang Dezember 2015 hatte die EnBW-Tochter Pläne bekannt gemacht, wonach die mehrere Fußballfelder große Anlage, die das Ende der von Nord nach Süd verlaufenden Ultranet-Stromtrasse markiert, neben dem Kraftwerk Philippsburg, auf der Gemarkung „Altrhein“ errichtet werden sollte. Dagegen hatten sowohl die Kommune Philippsburg als auch Bürgerinitiativen mobil gemacht. Insbesondere die geringe Entfernung von 600 Metern zur Wohnbebauung wurde als Grund ins Feld geführt, den Neubau abzulehnen. Die TransnetBW sprach dagegen von einem größeren Abstand von 900 Metern und führte an, den Standortbeschluss erst nach Prüfung von insgesamt 20 Alternativen getroffen zu haben. Auf Bürgerversammlungen wollte der Übertragungsnetzbetreiber den jetzigen Kompromiss in den betroffenen Gemeinden am Dienstagabend vorstellen.

Die jetzige Lösung sei möglich geworden, weil Flächen innerhalb des Kraftwerksgeländes Philippsburg im Zuge des Rückbaus der Anlage frei würden, sagte eine TransnetBW-Sprecherin. Dies sei vor rund einem halben Jahr noch nicht absehbar gewesen. Außerdem seien genehmigungsrechtliche Hürden ausgeräumt worden. Konverter sind Anlagen, die Gleich- in Wechselstrom umwandeln.

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