Die Stadt erweitert vom Herbst an ihr Angebot. Es gibt mehr Plätze für Kleinkinder und längere Öffnungszeiten.

Gerlingen - Momentan existieren in Gerlingen 791 Kitaplätze. Vom Herbst an werden es 810 sein, denn die Kleinkindbetreuung wird um zwei Gruppen ausgebaut. Zudem wird die Ganztagsbetreuung erweitert. Dafür braucht die Stadt 4,7 Personalstellen mehr. Der Gemeinderat hat das Konzept gebilligt.

 

Insgesamt gibt die Stadt im Jahr zur Zeit 4,7 Millionen Euro für Kinderbetreuung aus, dafür sind nach Angaben aus dem Amt für Jugend, Familie und Senioren 127 Personen beschäftigt. Bei den freien Trägern sind weitere 50 Fachkräfte im Einsatz. „Wir können den Bedarf decken“, sagte die Erste Beigeordnete Martina Koch-Haßdenteufel dazu im Gemeinderat. Eine Einschränkung gebe es: Nicht alle Eltern könnten ihr Kind zum gewünschten Starttermin in der Wunscheinrichtung unterbringen, und auch der Betreuungszeitraum entspreche nicht immer den Wünschen. Eine Diskussion über die Erweiterung gab es nicht. Die habe in den Ausschüssen stattgefunden, hieß es – ohne Öffentlichkeit.

Auch die Kirche erweitert ihr Kita-Angebot

Zusätzlich zu den städtischen Einrichtungen gibt es in Gerlingen Kitas der Kirchen sowie des Vereins Windelflitzer und des Montessorivereins. Die evangelische Kirche hat zum 1. April im Johanneskindergarten die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde verlängert, zum 1. September soll der Petruskindergarten folgen.

Die Stadt schafft zum 1. September in den Kindergärten Rosenstraße und Hasenbergstraße je eine Kleinkindgruppe neu, insgesamt gibt es dann 156 Plätze für Kinder unter drei Jahren. In den Kindergärten Hasenbergstraße und im Familienzentrum werden die Öffnungszeiten um mehrere Stunden von bisher 14 Uhr auf 16, 17 oder 18 Uhr verlängert. Damit komme man Wünschen der Eltern nach. Die 19 neuen Kleinkindplätze seien schon vergeben, sagte Stefan Fritzsche vom Amt für Jugend, Familie und Senioren. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, das zusätzliche Personal zu finden. Für drei Stellen, die momentan ausgeschrieben sind, darunter zwei Leitungsstellen, gebe es bereits genügend Bewerber.

Streik verärgert Eltern

Allerdings ist die Personalsituation wohl nicht immer in allen Kitas so, wie sie sein soll. Im Kindergarten Rosenstraße etwa hat es in den vergangenen Wochen Engpässe gegeben. An manchen Tagen habe man mit einer Notbesetzung gearbeitet, Ausflüge und Turnen seien ausgefallen. Man habe Angebote einschränken müssen, bestätigt Fritzsche. „Die Öffnungszeiten mussten wir aber nicht reduzieren“, betont er; dass Erzieherinnen krankheitsbedingt längere Zeit ausfielen, komme eben vor. Im Moment seien nur 60 von 72 Plätzen belegt. „Die Eltern waren über längere Zeit hinweg unzufrieden“, sagt dazu Jens König, der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats. Die Leitungsstelle sei nicht kontinuierlich besetzt; als das Personal sich an einem eintägigen Warnstreik beteiligt habe, sei der Unmut heftig geworden. Die Stadt habe sich aber bemüht und „dazu beigetragen, die Eltern zu beruhigen“.